Ich denke auch dass die Lage und Ausprägung des Hochs sowie die Feuchtezufuhr am Ende drüber entscheiden werden, was aus diesem weihnachtlichen Wintertraum werden wird.
In der grossen Skala scheint der Ablauf mittlerweile mehr oder weniger klar zu sein. Unsere bisher festgefahrene Wetterlage umkrempeln wird das kräftige Tief, das am Samstag mit seinem langgezogenen Kern südlich von Gönland liegt. Es führt eine ordentliche Ladung polare Kaltluft vom amerikanischen Kontinent her mit sich:
Dieses Tief wird in der Folge auseinandergerissen, es bilden sich bis am Montag mehrere Kerne heraus, das Ganze erinnert dann eher an eine Rinne, die von Neufundland bis ins westliche Mittelmeer reicht. Der südlichste Kern (T1) tropft zu Wochenbeginn ins Mittelmeer ab, also ein klassischer Cut-off. Gleichzeitig wird der bisher dominierende Keil über dem Balkan abgebaut.
Am Dienstag verlagert sich der Cut-off (T1) zum Balkan, über dem Nordmeer etabliert sich hoher Luftdruck. Gleichzeitig wabern aber weitere Tiefkerne (T2 und T3) unmittelbar vor dem Kontinent herum. Man könnte das als Viererdruckfeld bezeichnen, auf jeden Fall haben wir es mit mehreren Akteuren zu tun:
Die grosse Schwierigkeit besteht nun darin herauszufinden, wie diese Akteure miteinander interagieren werden. EZ belässt das Hoch weitgehend über dem Nordmeer. Das würde den Weg öffnen für den Vorstoss kalter Luftmassen aus Nordosten. Da diese Luftmasse nicht über eine Meerfläche ziehen muss, wäre sie genügend kalt, um Schnee bis ins Flachland zu bringen. Auch ein geringfügiger Feuchteinschub wäre gemäss diesem Szenario vorhanden, da sich eine Gegenstromlage im Alpenraum einstellt (T1 führt Feuchtigkeit aus Nordosten zurück nach Mitteleuropa):
Auf jeden Fall wäre das vom Temperaturlevel eine weitaus winterlichere Wetterlage, als das Gegammel der letzten zwei Wochen. Obs für Schnee reicht ist unsicher, ich würde es aber Stand heute sicher nicht ausschliessen. Weitere Läufe abwarten.
PS: Die Unsicherheit und Bandbreite zeigt sich schön anhand des aktuellen Output von GFS. Man nehme die oben erwähnten Tiefkerne (T2, T3) vor dem Kontinent und schiebe sie ein paar 100 km weiter ostwärts. Dann kriegt man auf der Alpennordseite weihnachtliches Grüselwetter vom Feinsten (Föhngesäusel):

Tinu (Männedorf ZH, 422 m ü. M)
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert