Werbung
Trockenheit/Hitze Sommer 2026
-
DomE
- Beiträge: 470
- Registriert: Fr 4. Feb 2011, 15:05
- Wohnort: 5430 Wettingen, 408 m.ü.M
- Danksagung erhalten: 59 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Jedes Mal wenn man auf Meteoschweiz geht werden die Temperaturen wieder hochgerechnet. Aus der Abkühlung Anfangs Woche werden am Schluss wieder Hitzetage. Es scheint den ganzen Tag die Sonne, wird am Abend kurz bewölkt, windet für ein paar Minuten und kein Tropfen Regen. Und in einer Woche geht der Vorhersagequatsch wieder von vorne los.

-
helios
- Beiträge: 583
- Registriert: So 10. Mär 2013, 20:31
- Geschlecht: männlich
- Hat sich bedankt: 731 Mal
- Danksagung erhalten: 533 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Italien hatte sich in den letzten Wochen dringend an die Schweiz bzw. an das Tessin gewendet, dass wir doch bitte unsere Stauseen leeren sollen, weil das Wasser u.A. zur Bewässerung der Reisfelder in Norditalien fehlt.
Selbstredend sind unsere Stauseen auch deutlich unter dem jahreszeitlichen Mittelwert, weshalb das keine Option ist.
Immerhin konnte man sich darauf einigen, die Schleuse vom Abfluss des Luganersees bei Ponte Tresa etwas zu öffnen. Nun fliessen von dort seit Dienstagabend zusätzliche 5 m³/s in den Lago Maggiore.
https://www.hydrodaten.admin.ch/de/seen ... daten/2167
Es wird erwartet dass der Luganersee dadurch um 10 cm abgesenkt wird.
https://www.tio.ch/ticino/attualita/194 ... ne-cantone
Selbstredend sind unsere Stauseen auch deutlich unter dem jahreszeitlichen Mittelwert, weshalb das keine Option ist.
Immerhin konnte man sich darauf einigen, die Schleuse vom Abfluss des Luganersees bei Ponte Tresa etwas zu öffnen. Nun fliessen von dort seit Dienstagabend zusätzliche 5 m³/s in den Lago Maggiore.
https://www.hydrodaten.admin.ch/de/seen ... daten/2167
Es wird erwartet dass der Luganersee dadurch um 10 cm abgesenkt wird.
https://www.tio.ch/ticino/attualita/194 ... ne-cantone
Zuletzt geändert von helios am Do 13. Aug 2026, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
-
Jan (Böckten, BL)
- Beiträge: 1061
- Registriert: Mo 13. Okt 2003, 10:22
- Wohnort: Böckten BL
- Hat sich bedankt: 43 Mal
- Danksagung erhalten: 237 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Nunja, für die Dürregebiete in Nordwesten und am Hochrhein sind die Mengen mit 15-30mm immer noch äusserst bescheiden, vor allem falls es wieder lokale Gewitter sind... und die 0.1-1mm Fläche ist gerade mal 175km nordwestlich von Basel entfernt, eine rasche Winddrehung auf Nordwest und schon wäre wieder "Aus die Maus"Tinu (Männedorf) hat geschrieben: Do 13. Aug 2026, 08:47 Naja, der 00er-Lauf von ECMWF hat bezüglich Niederschlagsummen bis Dienstag 00 im Vergleich zu den Vorläufen sogar noch einen Zacken zugelegt:
Zuletzt geändert von Jan (Böckten, BL) am Do 13. Aug 2026, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
-
Chicken3gg
- Beiträge: 1849
- Registriert: Fr 28. Jun 2013, 21:08
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: Basel
- Hat sich bedankt: 882 Mal
- Danksagung erhalten: 455 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Noch krasser bei Gösgen (Spitzenreiter auf der Alpennordseite dieses Jahr mit aktuell 18 sehr heissen Tagen, nur Biasca hat mit 23 Stück mehr. Vor 2026 hatte glaub Genf von 2003 den Rekord mit 17 sehr heissen Tagen):DomE hat geschrieben: So 9. Aug 2026, 14:02
Es waren 35 Tage mit 35 Grad oder mehr in Basel im ganzen Jahrhundert, wenn es so weiter geht schafft es dieser Sommer fast in einem Jahr.

Krass auch die Anzahl Hitzetage:

Basel
- Tinu (Männedorf)
- Beiträge: 4135
- Registriert: Fr 29. Jul 2005, 16:35
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: 8708 Männedorf
- Hat sich bedankt: 796 Mal
- Danksagung erhalten: 2010 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Was ich noch interessant finde an diesem Hitzesommer ist die Verteilung der Anomalien, respektive die erst auf den zweiten Blick sichtbaren Unterschiede des Zustands in der Atmosphäre, der diese Wärmeüberschüsse ermöglichte.
Im Juni hatten wir es demnach mit einer "klassischen" Hochdruckanomalie über dem europäischen Kontinent zu tun. Deren Kern lag über Westeuropa, namentlich über Frankreich, wobei auch die Westschweiz noch drin lag. Gut ersichtlich ist auch die negative Druckanomalie über dem Atlantik:

Entsprechend präsentierten sich auch die Auswirkungen im Bereich der Temperaturabweichung vom Mittel:

Was ich nun interessant finde: Im Juli blieb die positive Geopod-Anomalie im 500er-Druckfeld über Westeuropa zwar erhalten: Der Kern verlagerte sich aber auf den Atlantik hinaus:

Streng genommen kann man also eigentlich nicht behaupten, dass sich die Grosswetterkonstellation im Juli im Vergleich zum Juni einfach fortgesetzt oder sogar wiederholt hat. Natürlich bildet sich dieser Unterschied bei der Temperaturanomalie am Boden nicht ab (wieso auch, eine derartige Druckanomalie wie im Juni war über Mitteleuropa auch gar nicht mehr nötig, um die hohen Temperaturen zu erreichen). Das blöde an dieser Verschiebung war aber natürlich, dass dadurch der Tiefdruckeinfluss vom Atlantik her aus unser Sicht nahezu völlig unterbunden wurde:

Das habe ich mir natürlich einfach selber zusammengereimt und basiert auf keiner wissenschaftlichen Studie. Ich finde nur schon die Verschiebung der Druckanomalie aber durchaus interessant. Hätte sich die Anomalie nach Osten verlagert, würden wir jetzt vermutlich anders reden über diesen Sommer.
Im Juni hatten wir es demnach mit einer "klassischen" Hochdruckanomalie über dem europäischen Kontinent zu tun. Deren Kern lag über Westeuropa, namentlich über Frankreich, wobei auch die Westschweiz noch drin lag. Gut ersichtlich ist auch die negative Druckanomalie über dem Atlantik:

Entsprechend präsentierten sich auch die Auswirkungen im Bereich der Temperaturabweichung vom Mittel:

Was ich nun interessant finde: Im Juli blieb die positive Geopod-Anomalie im 500er-Druckfeld über Westeuropa zwar erhalten: Der Kern verlagerte sich aber auf den Atlantik hinaus:

Streng genommen kann man also eigentlich nicht behaupten, dass sich die Grosswetterkonstellation im Juli im Vergleich zum Juni einfach fortgesetzt oder sogar wiederholt hat. Natürlich bildet sich dieser Unterschied bei der Temperaturanomalie am Boden nicht ab (wieso auch, eine derartige Druckanomalie wie im Juni war über Mitteleuropa auch gar nicht mehr nötig, um die hohen Temperaturen zu erreichen). Das blöde an dieser Verschiebung war aber natürlich, dass dadurch der Tiefdruckeinfluss vom Atlantik her aus unser Sicht nahezu völlig unterbunden wurde:

Das habe ich mir natürlich einfach selber zusammengereimt und basiert auf keiner wissenschaftlichen Studie. Ich finde nur schon die Verschiebung der Druckanomalie aber durchaus interessant. Hätte sich die Anomalie nach Osten verlagert, würden wir jetzt vermutlich anders reden über diesen Sommer.
Zuletzt geändert von Tinu (Männedorf) am Do 13. Aug 2026, 12:55, insgesamt 2-mal geändert.
Tinu (Männedorf ZH, 422 m ü. M)
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert
- Federwolke
- Moderator
- Beiträge: 9641
- Registriert: Mo 20. Aug 2001, 23:47
- Geschlecht: weiblich
- Wohnort: 3074 Muri bei Bern
- Hat sich bedankt: 1953 Mal
- Danksagung erhalten: 9852 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Den Grund für diese Entwicklung hatte ich in meiner Juli-Prognose angeschnitten, den Prozess allerdings nicht ganz zu Ende gedacht und ausformuliert:
Mit der kühleren Phase im Juli war der "Sommermonsun" alter Schule gemeint (hat gerade erst 2025 wieder mal perfekt funktioniert), der darauf beruht, dass der aufgeheizte Kontinent mit seiner aufsteigenden Luft die kühle Atlantikluft ansaugt. Die extrem heisse zweite Junihälfte in Westeuropa hat allerdings das küstennahe Wasser oberflächlich derart aufgeheizt, dass dort der übliche Temperaturgradient gemildert wurde. Statt dass sich dort Tiefs bildeten, legte sich eine Hochdruckglocke drüber. Hinterher ist man immer schlauer, aber ich hätte diesen Job nie gewählt, wenn er nicht gerade deshalb so spannend wäre, weil man ein Leben lang hinzulernt.... die Ausgangslage sieht ja immer noch ähnlich aus wie 2015. Allerdings hat die zweiwöchige Hitzewelle die Meere an den Küsten Westeuropas so stark erwärmt, dass wir nun eine gemässigte Pufferzone zur Kaltwasseranomalie im Nordatlantik haben. Mit der Erfahrung, dass Langfristmodelle Extremereignisse nicht erkennen, wurde diesmal der für Mitteleuropa wärmste Lauf gewählt. Das Risiko, dass dies gewaltig in die Hose gehen kann, ist mir bewusst – allerdings in beide Richtungen. Dass auf eine heisse Juniphase oft eine kühlere im Juli folgt, ist statistisch belegt. Allerdings befinden wir uns derzeit in einer noch nie dagewesenen Ausgangslage, dann haben Statistiken nur geringe Aussagekraft.
Grüsslis
Fabienne (Muri bei Bern, 560 m)
https://www.fotometeo.ch
https://www.orniwetter.info
https://fotometeo.smugmug.com
https://bsky.app/profile/fotometeo-ch.bsky.social
Fabienne (Muri bei Bern, 560 m)
https://www.fotometeo.ch
https://www.orniwetter.info
https://fotometeo.smugmug.com
https://bsky.app/profile/fotometeo-ch.bsky.social
-
Markus Pfister
- Beiträge: 2505
- Registriert: So 19. Aug 2001, 20:08
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: 6597 Agarone
- Hat sich bedankt: 1089 Mal
- Danksagung erhalten: 3106 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Ich wage mal die Behauptung: Hätte sich die gleiche Juli/August-Wetterlage mit nasser Vorgeschichte ereignet, wären wiederholt Gewitterfronten durchgezogen, die den Namen auch verdienten, nicht diese ausgehungerten Wolkenfelder. Fast jedes dieser Wolkenfelder hat in Regionen mit Rest-Bodenfeuchte zu Gewittern geführt.
Anfang Juli machte auch der Kanton Zürich noch mit bei den Gewittern, weil es dort im Juni relativ gesehen noch gut bewässerte. Auch das mittlere Tessin lief noch eine Weile hausgemacht weiter mit lokalen Schauern, ehe es kippte und sich die Aktivität ins gebirgige obere Tessin zurück zog. Klagen kann man hier aber nicht, es regnete mehr als in der Nordwestschweiz, ausserdem ist die Vegetation härter im Nehmen, die Sommer-Variabilität der Niederschläge ist traditionell höher als im Norden.
Zur Veranschaulichung habe ich jeden Monat dieses Jahres mit Regenmenge (Farbflächen, MeteoSchweiz Combi-Precip) und %-Abweichung zum Soll (Zahlen, MeteoSchweiz Klima) angehängt, August logischerweise unvollständig:








Gruss
Markus
Anfang Juli machte auch der Kanton Zürich noch mit bei den Gewittern, weil es dort im Juni relativ gesehen noch gut bewässerte. Auch das mittlere Tessin lief noch eine Weile hausgemacht weiter mit lokalen Schauern, ehe es kippte und sich die Aktivität ins gebirgige obere Tessin zurück zog. Klagen kann man hier aber nicht, es regnete mehr als in der Nordwestschweiz, ausserdem ist die Vegetation härter im Nehmen, die Sommer-Variabilität der Niederschläge ist traditionell höher als im Norden.
Zur Veranschaulichung habe ich jeden Monat dieses Jahres mit Regenmenge (Farbflächen, MeteoSchweiz Combi-Precip) und %-Abweichung zum Soll (Zahlen, MeteoSchweiz Klima) angehängt, August logischerweise unvollständig:








Gruss
Markus
Zuletzt geändert von Markus Pfister am Do 13. Aug 2026, 16:08, insgesamt 2-mal geändert.
- Tinu (Männedorf)
- Beiträge: 4135
- Registriert: Fr 29. Jul 2005, 16:35
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: 8708 Männedorf
- Hat sich bedankt: 796 Mal
- Danksagung erhalten: 2010 Mal
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
@Markus Pfister:
Spannende Grafiken. Merci dafür. Man kann vielleicht noch hinzufügen, dass diese Fronten stets in chronisch zu hohem Geopotenzial durchliefen. Es fehlte entsprechend nicht nur die (wichtige) Feuchtigkeit in Bodennähe, sondern eben auch Energie und Feuchteeinschub in den mittleren Schichten. Je trockener es am Boden wurde, desto mehr atmosphärische Aktivität bräuchte es, die nicht kam, was wiederum die Trockenheit verstärkte, was wiederum die atmosphärische Komponente noch notwendiger machte und und und. Wohl nicht zu unrecht wird sowas als Teufelskreis bezeichnet.
Spannende Grafiken. Merci dafür. Man kann vielleicht noch hinzufügen, dass diese Fronten stets in chronisch zu hohem Geopotenzial durchliefen. Es fehlte entsprechend nicht nur die (wichtige) Feuchtigkeit in Bodennähe, sondern eben auch Energie und Feuchteeinschub in den mittleren Schichten. Je trockener es am Boden wurde, desto mehr atmosphärische Aktivität bräuchte es, die nicht kam, was wiederum die Trockenheit verstärkte, was wiederum die atmosphärische Komponente noch notwendiger machte und und und. Wohl nicht zu unrecht wird sowas als Teufelskreis bezeichnet.
Tinu (Männedorf ZH, 422 m ü. M)
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert
Gewitter und Sturm = erhöhter Pulsschlag
Föhn-fasziniert
-
Ricco (Koblenz AG)
- Beiträge: 243
- Registriert: So 23. Jun 2002, 11:55
- Wohnort: 5322 Koblenz
- Hat sich bedankt: 21 Mal
- Danksagung erhalten: 25 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Hier im untersten Aaretal, angrenzender Aargauer Tafeljura geht das schon über eine Jahundertdürre hinaus.
Die Wälder werden sich wohl flächendeckend verabschieden und nicht mehr erholen. Viele Bäume haben beim letzten Windblast alles Laub verloren, andere verdorrten so schnell, dass sie keine Zeit fanden, sich zu verfärben.














Die Wälder werden sich wohl flächendeckend verabschieden und nicht mehr erholen. Viele Bäume haben beim letzten Windblast alles Laub verloren, andere verdorrten so schnell, dass sie keine Zeit fanden, sich zu verfärben.














-
Ricco (Koblenz AG)
- Beiträge: 243
- Registriert: So 23. Jun 2002, 11:55
- Wohnort: 5322 Koblenz
- Hat sich bedankt: 21 Mal
- Danksagung erhalten: 25 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026
Der Hochrhein bei Koblenz AG, an einer der letzten freifliessenden, unregulierten Strecken zwischen Rheinfall und Holland, mit noch mickrigen 160m3:








Grüsse








Grüsse
