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Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Alles zu (Un)wetter relevant für die Schweiz
flowi
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von flowi »

Der Pegel des Rheins bei Hauenstein unterhalb Waldshut-Tiengen, also nach dem Zusammenfluss von Aare und Rhein, hat heute morgen einen historischen Tiefstand erreicht.

Niedrigster Abfluss im Zeitraum 1991-2024 wurde bisher im Dürrejahr 2018 am 25.11.2018 gemessen, mit nur 405 cbm/sek.
Heute lagen wir, wenn auch nur kurzzeitig, sogar unter der 400er Marke.

Und das jetzt schon.
Der Tiefstandes aus 2018 zeigt, mit welcher Verzögerung eine bis in den Herbst hinein gehende tiefgründige Bodentrockenheit zu extrem niedrigen Gewässerabflüssen führt.

Bild
Quelle:
https://hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de/

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Federwolke
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Federwolke »

Der Waldspaziergang vorhin hat sich im raschelnden Laub angefühlt wie nach einer zweiwöchigen Inversionslage im Spätherbst. Dass man beim bergab Gehen ungeachtet des Schuhprofils auf den trockenen Blättern rutscht wie auf Schmierseife kannte ich so bisher auch nur aus Kastanienwäldern im Tessin.

Bild

Erst vor einer Woche hat es hier angefangen mit gelb werdenden Buchen, jetzt geht es rasend schnell. Wird ein trauriger Fotoherbst wie schon 2018 und 2022, nur wird es mit jedem Mal extremer... Weitere Bilder in meinem Blog "Kurzmeldungen August 2026".


Chris_83
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Chris_83 »

Blick über den westlichen Tellerrand: In F war der Juli 2026 gemäss Meteofrance der heisseste Monat der gesamten Messreihe (seit 1900), vor dem Aug. 2003 und Juli 2022.
Dabei wurde kein einziger Tag unter dem Mittel 1991-2020 registriert.

https://meteofrance.com/presse/bilan-cl ... -plus-secs

Aus welchen Stationen sich der ITN (=kein Flächenmittel) zusammensetzt steht hier beschrieben:
https://dataclimat.fr/temperature/itn

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Federwolke
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Federwolke »

Chris_83 hat geschrieben: Sa 8. Aug 2026, 18:09 Blick über den westlichen Tellerrand: In F war der Juli 2026 gemäss Meteofrance der heisseste Monat der gesamten Messreihe
In Bern, Neuenburg und Basel übrigens auch. In Genf war der Juli 2015 ein Zehntelgrad wärmer, in Zürich der Juli 2006 zwei Zehntel (und der August 2003 noch mal zusätzliche zwei Zehntel).

Nachtrag: Auch Locarno-Monti mit einem neuen wärmsten Monat in der homogenen Messreihe. 26.4 Grad im Monatsmittel - wie hält man das aus?
Zuletzt geändert von Federwolke am Sa 8. Aug 2026, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.

Chicken3gg
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Chicken3gg »

Aktuell 35.9°C, 17. Tag mit einer Höchsttemperatur über 35 Grad in Basel-Binningen dieses Jahr.
Bild
Homogenisierte Daten, Meteoschweiz
Basel

DomE
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von DomE »

Chicken3gg hat geschrieben: So 9. Aug 2026, 13:28 Aktuell 35.9°C, 17. Tag mit einer Höchsttemperatur über 35 Grad in Basel-Binningen dieses Jahr.
Bild
Homogenisierte Daten, Meteoschweiz
Es waren 35 Tage mit 35 Grad oder mehr in Basel im ganzen Jahrhundert, wenn es so weiter geht schafft es dieser Sommer fast in einem Jahr.

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Rontaler
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Rontaler »

Tmax von heute für's Archiv:

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Wetterfanatisch mit Leib und Seele. :)


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Federwolke
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Federwolke »

Habe heute doch noch einen Wald gefunden, in dem man nicht gleich depressiv wird. 37 km Luftlinie entfernt von zuhause zwischen Neuenburger- und Murtensee in für meine Verhältnisse aller Herrgottsfrühe:

Bild

Die Lage östlich des Neuenburgersees ist ein Segen, denn über dem Waadtländer Jura entstandene Gewitter, die der Länge nach über den See ziehen, können nicht wie im übrigen Mittelland vertrocknen. So landeten in diesem Kübel (ebenso in Cressier) letzten Dienstag über 21 mm:

Bild

Das reicht dann auch mal, um bis zum Waldboden vorzudringen - anders als wenn rund um Bern über ein paar Stunden verteilt 5 mm zusammengetröpfelt werden, um gerade mal die Baumkronen zu befeuchten. Logisch sieht dann der Wald so aus wie gestern weiter oben gezeigt.

Deprimierend hingegen wieder das hier:

Bild

Das ist die Krümmi, eine Ausgleichsfläche im Grossen Moos, die ich seit 2012 regelmässig besuche, um Vögel zu beobachten. Bisher sind da immer (teils seltene) Enten rumgeschwommen, Blässhühner haben zwischen Seerosen ihre Küken gefüttert und Reiher haben nach Fröschen gefischt - selbst in den Hitzesommern 2015 und 2018. Heute haben da nur ein paar Krähen ihr Klagelied gesungen.
Zuletzt geändert von Federwolke am So 9. Aug 2026, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.

flowi
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von flowi »

Ja, die Situation ist dramatisch, wird sich wahrscheinlich noch weiter zuspitzen und dürfte nachhaltige Schäden nach sich ziehen, insbesondere für die Wälder.

Es scheint demnach sehr wahrscheinlich zu sein, dass viele der geschädigten Buchen absterben werden. Das ist wirklich eine Katastrophe.

https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/U ... ahmen.html

Auszug aus diesem Interview:

Wie geht es denn unserem Wald in der Schweiz in diesem trockenen Sommer?

Überhaupt nicht gut. In der Nordwestschweiz haben wir das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Es fehlt schlichtweg an Wasser, riesigen Mengen an Wasser, die in absehbarer Zeit auch nicht kommen werden.

Wie viel des aktuellen Schadens ist bereits sichtbar?

Wir sehen schon viel. Ein Baum kippt zwar nicht sofort um, wenn er tot ist. Er ist mit seinen Wurzeln verankert, und die halten ihn auch noch einige Jahre, nachdem er abgestorben ist. Im Moment sehen wir aber ein grossflächiges Absterben der äusseren Kronenbereiche im ganzen Juragebiet. Vor allem bei Buchen, welche die vorherrschende Baumart sind. Aber auch andere Arten sind betroffen. Unsere Erfahrungen mit unserem Forschungsprojekt in Hölstein seit 2018 lassen vermuten, dass diese Schäden irreversibel sind. Das Jahr 2026 ist tatsächlich eine Zäsur für unseren Wald.

Wie wird der Wald im kommenden Frühjahr aussehen?

Das Ausmass der Schäden ist so gravierend, dass wir davon ausgehen, dass viele der Bäume, die jetzt ihr Laub verloren haben, unmittelbar oder in den nächsten Jahren absterben werden. Die Bäume sind so ausgetrocknet, dass sie bereits jetzt ihr Laub abwerfen, das sie eigentlich bis Ende Oktober behalten sollten. Das ist erstmal nur ein Symptom, es deutet aber darauf hin, dass wichtige Gewebe in den Kronen der Bäume geschädigt sind.

Mathias (ZH/TI)
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Re: Trockenheit/Hitze Sommer 2026

Beitrag von Mathias (ZH/TI) »

Extrem gutes Interview mit einer tragischen Logik:
Was kann man sonst tun, um den Wald zu unterstützen?

Unmittelbar nicht viel, denn das System ist einfach zu gross, um schnell und effizient eingreifen zu können. Langfristig muss sich die Artenzusammensetzung an die neuen Klimaverhältnisse anpassen. Das ist aber nicht einfach umzusetzen, denn wir stehen erst am Anfang einer klimatischen Veränderung. Bäume, die heute gepflanzt werden, sollten auch in 80 oder 100 Jahren, also mit dem dann herrschenden Klima, zurechtkommen.

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