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Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

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Uwe/Eschlikon
 
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Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Uwe/Eschlikon » Di 9. Jul 2013, 06:21

Hallo

Warum flaut der O-/NO-Wind im Mittelland abends immer ab und lebt gegen 9 Uhr morgens wieder auf? Macht ja der W-Wind auch nicht... :roll:

Gruss
Uwe

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Willi
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Re: Langfristprognosen Frühling-Sommer 2013

Beitragvon Willi » Di 9. Jul 2013, 07:04

Ich würde mal sagen, "Mittelland = breites Tal" + "alpine pumping".
Die Alpen saugen aus dem Mittelland, in geringerem Mass auch der Jura, und das Mittelland saugt aus NE. Am Abend dann Umkehrung.

Gruss Willi

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Alfred
 
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Re: Langfristprognosen Frühling-Sommer 2013

Beitragvon Alfred » Di 9. Jul 2013, 07:14

Hoi @Uwe

Das ist doch normal so! Kann man auch an den langjährigen Mittel und nicht nur bei uns,
so feststellen. Wird mit der Sonne zu tun haben, die ist ja schlussendlich    der Motor!

Gruss, Alfred

p.s. @willi
Dachte ich zuerst auch, aber wie ist es dann mit Ponto Delgada, oder den Bermudas?
Zuletzt geändert von Alfred am Di 9. Jul 2013, 07:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Federwolke
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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Federwolke » Di 9. Jul 2013, 09:15

Uwe/Eschlikon hat geschrieben:Macht ja der W-Wind auch nicht... :roll:


Nicht? Du bist kein Radfahrer, stimmt? ;) Sonst würdest du nämlich feststellen, dass im Sommer bei ungestörtem Tagesgangwetter jeder Wind am Nachmittag stärker weht als am Vormittag oder am Abend und in der Nacht. Ausnahmen kann es dort geben, wo der ausfliessende Bergwind am Abend stärker ist als der Talwind tagsüber.


Alfred hat geschrieben:Wird mit der Sonne zu tun haben, die ist ja schlussendlich der Motor!


Eben, auch für das alpine Pumpen, das Willi erwähnt hat, ist die Sonne zuständig. Übrigens sind sämtliche Wettererscheinungen weitgehend nichts anderes als die Verteilung der zeitlich und räumlich unregelmässig über die Erde verteilte Sonnenenergie.

Thomas, Belp
 
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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Thomas, Belp » Di 9. Jul 2013, 11:17

Ist es nicht auch so, dass in der Nacht im Flachland Kaltluftseen entstehen, welche je nach Mächtigkeit die Bise oder auch andere Winde quasi vom Boden abkoppeln? Der Wind weht dann - zwar auch schwächer als tagsüber - in höheren Lagen trotzdem weiter.
Das ist doch insbesondere im Winter sehr ausgeprägt. Sowohl bei der Bise wie beispielsweise auch bei Warmlufteinbrüchen, wo es dann oft längere Zeit dauert, bis sich der Wind durch die Kaltluftschicht zum Boden durchgesetzt hat.
Thomas, Belp BE (517 M.ü.M) Gürbe-/Aaretal

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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon pasischuan » Di 9. Jul 2013, 11:46

Was in Thun bei solchem Wetter (wenn die Bise nicht sooo stark ist) gut zu merken ist, ist folgendes:

Bild
Quelle: http://www.segeln-wissen.de

Denke dir Wärme/Sonne hat schon einen grossen Einfluss auf die Windstärke..und da wir in der Schweiz viele Seen und Berge haben, denke das die Grafik auch gilt wenn kein See in unmittelbarer Nähe ist.. (ähnlich dem was Thomas beschrieben hat).
Zuletzt geändert von pasischuan am Di 9. Jul 2013, 11:48, insgesamt 2-mal geändert.
Thun (BE), 560 m.ü.M.

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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Uwe/Eschlikon » Di 9. Jul 2013, 11:51

Hallo

@Fabienne
Du bist kein Radfahrer, stimmt?

Ähm doch...habe schon sämtliche Schweiz. Alpenpässe in den Oberschenkeln, auch wenn es schon ein paar Jahre her ist ;)

Aber das mit der Bise und der Sonne als Motor kann ich nicht ganz gelten lassen, denn das Phänomen tritt auch bei geschlossener (Hoch)Nebeldecke im Herbst/Winter bei nur geringem Tagesgang der Temperatur auf. Dass die Bise auch nachts weht, kommt auch vor, aber sehr selten.

Gruss
Uwe

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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Federwolke » Di 9. Jul 2013, 12:21

Uwe/Eschlikon hat geschrieben:Aber das mit der Bise und der Sonne als Motor kann ich nicht ganz gelten lassen, denn das Phänomen tritt auch bei geschlossener (Hoch)Nebeldecke im Herbst/Winter bei nur geringem Tagesgang der Temperatur auf.


Und an den Rändern und ausserhalb des Hochnebels scheint die Sonne nicht?

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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Uwe/Eschlikon » Di 9. Jul 2013, 14:06

Hallo nochmals

Und an den Rändern und ausserhalb des Hochnebels scheint die Sonne nicht?


Doch, aber haben wir bei einer Inversionslage nicht einen "Sperrdeckel", und reicht im Winter die Energie, um oft eine dermassen zügige Bise unterhalb der Inversion anzutreiben? Immerhin beträgt jetzt die Strahlung der Sonne etwa 700W/m2, im Winter nur etwa 250W/m2, also fast 3x weniger.
Zudem verstehe ich immer noch nicht, warum ein W-Wind problemlos bei entsprechenden Isobaren nachts durchwehen kann, bei umgekehrten Druckzentren der Wind aber nachts einschläft...?

Grüsse
Uwe

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Re: Warum weht die Bise tagsüber stärker als nachts?

Beitragvon Federwolke » Di 9. Jul 2013, 14:20

Mit "ausserhalb des Hochnebels" ist ja nicht nur die Schweiz gemeint. Wetter spielt sich immer vierdimensional ab, daher sind die Zusammenhänge nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und man muss Kausalketten finden. Der Antrieb für ein Phänomen bei uns kann mitunter sehr weit entfernt sein. Die Bise ist das Resultat des Druckausgleichs zwischen einem Hoch im Norden und einem Tief im Süden. Das Tief saugt auch im Winter unter Besonnung stärker als nachts, ebenso die zahlreichen nebelfreien Alpentäler, Südhänge etc. Viele kleine Ursachen in verschiedenen Regionen können in der Summe auch eine grosse Wirkung bei uns haben.

Auch der Westwind hebt nachts häufig ab und greift tagsüber besser ins Mittelland durch. Der weiter oben von Thomas, Belp erwähnte Effekt ist ein wichtiger Faktor. Beim Westwind sind halt häufig die grossräumigen Antriebe durch die Tiefs im Norden stärker als lokale Effekte, kommt hinzu, dass die nördlichen Tiefs durch den tieferen Sonnenstand weniger vom Tagesgang geprägt sind als die südlichen.

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