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Starkniederschläge 9-10.10.2012

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
Chicken3gg
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Chicken3gg » Mi 10. Okt 2012, 18:07

In erster Linie kommt es auf die Niederschlagsmengen und nicht auf den Schnee an - wichtig natürlich auch noch die Temperatur beim NS-Ereignis.
5°C warmer Regen kann nur etwa 6% seines Volumens an Schnee schmelzen, 100mm Niederschlag ergäben also zusätzliche 6mm an Abfluss.

Der Rhein drückt jetzt doch nochmals auf die Abflussanzeige.
Bild
http://www.hydrodaten.admin.ch/de/2289. ... elle_daten
http://www.hydrodaten.admin.ch/lhg/az/p ... 2289_7.PDF

Gemäss Cosmo-7 soll da noch etwas gehen, 248.8m morgen um 03:00
48h vorher, also gestern morgen, lag der Pegel bei ca. 245.7m, also über 3m tiefer.
Mit einem Abfluss von 3'300m^3 würde er an HQ5 kratzen.

Niederschlagsmässig kommen jetzt keine bedeutenden Mengen mehr (vorübergehend), es kommt auf den gleichzeitigen Zusammenfluss der Aare und des Rheins und derer Zuflüsse an...



Es ist übrigens so richtig grusig chalt hier in Allschwil, wie Jan und Pät schon festgestellt hatten: http://www.sturmforum.ch/viewtopic.php? ... 30#p154382
Dazu Nebel und leichter Sprühregen. Wääh...

Temperaturmässig befinden wir uns in Gesellschaft mit Ortschaften, die auf 1000m oder darüber liegen :-D
08:00-18:00, heute
Bild
www.wettermelder.sf.tv
Zuletzt geändert von Chicken3gg am Mi 10. Okt 2012, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.

Michi, Uster, 455 m
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Michi, Uster, 455 m » Mi 10. Okt 2012, 18:43

Gefahrenstufe 3 nun für den Zürichsee:
Bild
Quelle: http://www.hydrodaten.admin.ch/warnunge ... wasserlage

Und hier die Niederschlagssummen vom ganzen Ereignis (48 Stunden):
Bild

Mehr Infos dazu in der Tagesaktualität von MeteoSchweiz:
http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de ... sches.html

zti
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von zti » Mi 10. Okt 2012, 19:58

Hitliste der Niederschlagsmengen (Stationen mit mehr als 80 l/m²) von Montag 20 Uhr bis Mittwoch 17 Uhr (Angaben in l/m²), Quelle: http://www.meteocentrale.ch/de/wetter/u ... richt.html
Amden-Arvenbueel SG 157
Bilten GL 140
Glattalp (SZ) SZ 133
Bisisthal SZ 133
Obersee (GL) GL 132
Saentis AI 122
Schwaegalp AR 118
Sattel-Mostelberg SZ 117
Innerthal (SZ) SZ 117
Siebnen SZ 112
Atzmaennig-Talstation SG 112
Jona (SG) SG 111
Naefels (GL) GL 107
Ricken (SG) SG 104
Wildhaus-Oberdorf SG 101
Muotathal SZ 101
Wasserauen (AI) AI 100
Quinten SG 99
Waedenswil ZH 99
Glarus GL 96
Neuheim (ZG) ZG 96
Unterschaechen UR 93
Menzingen KGM ZG 92
Linthal (GL) GL 91
Schwaebrig/Gais AR 91
Brunnen SZ 90
Muri AG AG 90
Rigi-Kulm SZ 90
Baechli-Hemberg SG 89
Beckenried NW 88
Unteriberg/Euthal (SZ) SZ 87
Engelberg OW 87
Heiden AR 87
Sax (SG) SG 86
Eichberg-Oberrueti SG 85
Aeugst am Albis ZH 85
Ebnat-Kappel SG 83
Wald AR AR 83
Stein (SG) SG 82
Brunni-Alpthal (SZ) SZ 82
Napf BE 81
Eichberg-Oberau SG 80
Hitzkirch LU 80

Bulilu
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Bulilu » Mi 10. Okt 2012, 20:09

Hier noch ein paar Impressionen...

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Suhre; kurz nach dem Zusammenschluss mit der Wyna
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Leider hatte ich nur das Makro-Objektiv dabei, sonst hätte ich diesen plötzlich auftauchenden Baumstamm besser einfangen können...

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Dieser grosse Baumstammteil war am Montag noch nicht in der Wyna

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In der Suhre oberhalb Zusammenschluss mit der Wyna

Mündungsbereich Wyna in Suhre (vor den Bämchen im Wasser, fliesst normalerweise die Suhre und hinter den Bäumchen die Wyna)
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Wyna
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zti
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von zti » Mi 10. Okt 2012, 21:02

Die Abflussspitze der Sihl (Zürich, Sihlhölzli) um etwa 03.30 am 10 Oktober rangiert mit 156 m3/s an 9. Stelle in der letzten 14 Jahren. Letzes Jahr gab es bereits Spitzen von 190 und 158 m3/s.
Die Häufigkeit mir welcher Ereignisse mit Werte über 150 m3/s auftreten ist weit über die erwartete Frequenz gemäss Statistik 1938-2010.
Aus den pdf Dateien die ab 1993 zur Verfügung stehen habe folgende Werte über 150 m3/s entnommen:
Jahr m3/sm
2005 280
1999 250
2007 229
2002 205
2011 191
2004 190
2002 175
2011 158
2012 156


http://www.hydrodaten.admin.ch/de/2176. ... e_eckwerte

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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Cec, Fahrwangen » Mi 10. Okt 2012, 21:37

Hallo zusammen

Bin echt froh das es entlich mal pause gibt mit dem regen. Im keller drückts langsam rein. Die wiesen rundherum mögen das wasser nicht mehr schlucken und die feuerwehr ist im dauereinsatz so wie es schein mit kellerauspumpen und gullideckel befreien.... meiner füllt es langsam auch...


:schirm:

Matt (Thalwil)
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Matt (Thalwil) » Do 11. Okt 2012, 10:55

Die NS-Pause kommt definitiv nicht zu früh. Die Seen in der Zentral- und Ostschweiz nähern sich teilweise den Hochwassermarken (Greifensee, Zugersee, etc). Am Zürichsee wurde seit 1951 noch nie ein solch hoher Pegelstand in dieser Jahreszeit gemessen (siehe unten).

Mit den erneuten NS vom Freitag und Sonntag/Montag dürfte sich die Lage besonders in den grösseren Gewässern und Seen erneut zuspitzen. Zu Gute kommt das Sinken der Schneefallgrenze, welche am Freitag gegen 2000m, am Montag gar bis 1500m sinken wird.

Gruess, Matt

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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Kaiko (Döttingen) » Do 11. Okt 2012, 21:54

Hoi zäme

Hier noch eine Übersicht >100mm. Die Stauniederschläge im Talkessel der Region um Amden führten zu sehr hohen Summen:
http://www.kaikowetter.ch/Statistik/201 ... _2012.html

Grüsse Kaiko
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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Haene » Do 11. Okt 2012, 22:17

Hallo zusammen

Zum Niederschlagsereignis vom 9. Oktober habe ich eine interessante Beobachtung gemacht. Dazu habe ich folgenden Bericht zusammengestellt.

Am Dienstag 9. Oktober 2012, knapp vor 8 Uhr, gab es in der Kleinen Emme bei Reussbühl, Luzern eine Flutwelle. Der Pegel stieg innerhalb weniger Minuten um 1.20m, die Abflussmenge von 30m³/s auf über 160m³/s. Leider habe ich diese Flutwelle auf dem Weg zur Arbeit um wenige Minuten verpasst.
Diese Flutwelle lässt sich an mehreren Messstellen des BAFU Flussabwärts an der Reuss und Aare in abgeschächter Form verfolgen.

Bild
Abflussdiagramm Kleine Emme, Reussbühl (Quelle BAFU).

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Abflussdiagramm Reuss, Mühlau (Quelle BAFU).
Mit der Flutwelle steigt hier der Pegel am Dienstag 9.10.2012 ab etwa 10 Uhr innerhalb einer Stunde von ca. 140m³/s auf 280m³/s. Die Flutwelle hat die ca. 24 km von der Messstelle in Reussbühl bis Mühlau in etwa 2 Stunden zurückgelegt was etwa mehr 3m/s entspricht.

Bild
Abflussdiagramm Reuss Mellingen (Quelle BAFU).
Die Flutwelle trifft an dieser Stelle am 9.10.2012 um 13 Uhr ein bei einer Abflussmenge von ca. 175m³/s. Eine Stunde später, um 14 Uhr sind es ca. 295m³/s. Von der Messstelle Mühlau bis Mellingen sind es ca. 34 km. Die Flutwelle brauchte dazu ca. 3 Stunden. Also etwa 3m/s.

Bild
Aare, Untersiggenthal (Quelle BAFU).
An dieser Messstelle kommen noch andere Einflüsse aus dem Mittelland dazu. Die oben beschriebene Flutwelle ist darum nicht mehr so gut sichtbar. Sie muss im Pegelanstieg zwischen 14:30 und 16:30 Uhr enthalten sein, wo die Abflussmenge von ca. 760m³/s auf ca. 1040m³/s anstieg. Wenn ich von 3m/s ausgehe, hatte die Flutwelle für die 15 km von Mellingen bis Untersiggenthal ca. 1,5 Stunden, muss also um 15:30 Uhr beim Stand von ca. 950m³/s eingetroffen sein.

Bild
Rhein bei Rheinfelden (Quelle BAFU).

Bild
Rhein bei Basel (Quelle BAFU).
Bei den weiteren Stationen in Rheinfelden und Basel ist die Flutwelle nicht sichtbar. Es könnte sein, dass die vorgelagerten Höchstände in Rheinfelden am 9.10.2012 um 21 Uhr und in Basel um 22 Uhr mit Hilfe der Wassermenge aus der Kleinen Emme entstanden sind.

Interessant ist, dass es in der 2. Hälfte der Nacht auf den Dienstag 9.10.2012 geregnet hat. Aber nicht so heftig, eher wie ein stärkerer Landregen. Die Niederschlagsmengen im Einzugsgebiet der Kleinen Emme waren mit höchstens ca. 25mm (um den Napf auch 40mm) eher moderat (s. Niederschlagskarte von Michi Grüningen auf Seite 2). Trotzdem reagiert der Fluss mit einem sprunghaften Anstieg der Abflussmenge. Ich werde die Kleine Emme in Zukunft nicht nur bei Gewittern im Auge behalten.

Liebe Grüsse vom Hans-Jörg
Häne, Küssnacht am Rigi, 453 m.ü.M.

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Re: Starkniederschläge 9-10.10.2012

Beitrag von Alfred » Do 11. Okt 2012, 23:05

Sali zäme

Die Eingrenzung des Amdener Talkessels, welcher innerhalb von
48 Stunden, ab 11. Okt. 03:00 Uhr zurück gerechnet nach der
48stündigen Radarsummenkarte (© by Meteomedia) am meisten
Niederschlag erhalten hatte.
Bild
Gruss, Alfred
Zuletzt geändert von Alfred am Do 11. Okt 2012, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.

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