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Gewitter Montag 15.08.2011 Tösstal mit Überschwemmung

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Mäck
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Gewitter Montag 15.08.2011 Tösstal mit Überschwemmung

Beitrag von Mäck » Do 18. Aug 2011, 23:17

Liebe Forumsgemeinde,

hat jemand das sehr lokal begrenzte Gewitter am Montagmittag beobachtet, welches in Wila (Tösstal) zu Überschwemmungen geführt hat?
Gestern stand ein Bericht im Winterthurer "Landboten" http://www.landbote.ch/detail/article/g ... /99158596/
Ich bin nicht sicher. ob der Link ganz öffentlich ist (ich bin Abonnent). Hier der Bericht von Fabio Mauerhofer:
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Wila, Wildberg, Tösstal | 17.08.2011
Gewitter füllt Keller im Tösstal
Tösstal. Ein Wolkenbruch hat am Montagnachmittag in Wila und Wildberg grossen Schaden angerichtet: Innert kurzer Zeit fiel so viel Regen, dass die Bäche über die Ufer traten. Die Feuerwehr erhielt ungewöhnlich viele Meldungen wegen überfluteter Keller.
Quelle:Keystone
Quelle:PETER WÃ?RMLI

Familie Corti aus Wila wollte eigentlich einen erholsamen Campingurlaub in Italien verbringen. Am Montagnachmittag war die Ferienstimmung in Jesolo aber im Eimer: Michael Corti erreichte ein Telefonanruf seines aufgeregten Wilemer Nachbars: «Euer Haus steht unter Wasser, kommt sofort nach Hause!» Der Schock sass erst einmal tief. «Im ersten Moment dachte ich, dass dies ein schlechter Scherz sei», sagt Michael Corti. Insbesondere da der Nachbar, der zum Haus und zur Katze schaute, nur wenige Stunden zuvor angerufen hatte, weil er eine Auskunft benötigte. Als Corti da nach dem Wetter zu Hause fragte, hiess es noch: «Es hat immer wieder mal etwas Sonnenschein, momentan regnet es aber ein bisschen.»

Aus den Tropfen wurde jedoch bald ein heftiger Wolkenbruch, der sich lokal über Wila und Wildberg entlud. Kurz nach 13 Uhr prasste innerhalb einer halben Stunde ein heftiger Regenschauer über die Region nieder. Das Wasser floss bald die Hänge hinab. Diverse Bäche traten über die Ufer. Auch die Strassenentwässerung konnte die Wassermengen nicht schlucken. In Wildberg blieb sogar ein Auto auf der überfluteten Strasse stecken.

Bei der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg gingen innert kürzester Zeit rund 25 Schadenmeldungen ein. Auch für die Feuerwehrleute ein ungewöhnliches Ereignis: «Sonst haben wir vielleicht 10 bis 15 Meldungen nach einem starken Gewitter», sagt Kommandant Markus Schenk. Der erste Hilferuf kam vom Haus der Stille in Wildberg. Im Keller des Diakonissenhauses war Schmutzwasser eingedrungen. In Wildberg gab es zudem ein prominentes Opfer: In Ehrikon wurde die Garage von Gemeindepräsident Roland Bänninger überflutet. Am stärksten betroffen waren die Häuser an der Schalchenstrasse entlang des Lochbachs in Wila und am Hang Richtung Schalchen.

Selbst Wohnzimmer geflutet

Das Wasser drang nicht nur in Keller und Garagen ein. Teilweise stand dieses meterhoch in den Häusern und gelangte gar bis in die Wohnzimmer. Die Feuerwehr stand bis am Montagabend mit rund 40 Personen im Dauereinsatz, um die überfluteten Liegenschaften auszupumpen. Es mussten gar zusätzliche Tauchpumpen und Staubsauger bei der Stützpunktfeuerwehr in Winterthur besorgt werden.

Ein Wetteralarm ging beim Wilemer Gemeindeschreiber Balz Zinniker vorgängig für die Region nicht ein, obwohl er einen entsprechenden Service abonniert hat: «Der Wolkenbruch war wohl auch für die Meteorologen nicht genau voraussehbar.»

Aussergewöhnlich ist, dass in Wila der Lochbach über die Ufer trat. Feuerwehrkommandant Schenk kann sich nicht erinnern, dass dieser in den letzten 15 Jahren eine Überschwemmung auslöste. «Das ist eigentlich nicht unser Problembach», sagt auch Gemeindeschreiber Zinniker. Die grössere Gefahr geht vom Huebbach aus. Daher sind dort schon länger Massnahmen für den Hochwasserschutz geplant. Derzeit laufen allerdings noch Verhandlungen mit dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft. Nun könnten laut Zinniker aber auch zusätzliche Massnahmen beim Lochbach aufs Tapet kommen: «Der Gemeinderat wird dies sicher prüfen.» Insbesondere da im Gebiet Ghöngg gerade eine neue Überbauung entstehe. Allerdings ist dort bereits ein Rückhaltebecken geplant.

«Katastrophenhelfer» vor Ort

Der Schaden für die Familie Corti, bei der Keller und Garage überflutet wurden, ist gross. «Die Heizung, die Waschmaschine, die Tiefkühltruhe, die Musikinstrumente, die Carrerabahn – das ist alles kaputt», sagt Michael Corti. Zur Freude der drei Kinder musste die Familie die Ferien aber nicht abbrechen. Denn Kollege Gian-Marc Comminot stellte sich spontan als «Kata-
strophenhelfer» in Wila zur Verfügung. Er hat die Versicherungen kontaktiert und die Aufräumarbeiten koordiniert. Das Smart Cabriolet, das in der Garage stand, wurde bereits zum Trocknen abgeholt. Die Hausratversicherung kümmert sich zudem um die sofortige Räumung und Trocknung des Kellers. «Wir machen uns zwar grosse Sorgen, sind unserem Freund aber sehr dankbar für seine Hilfe», so Corti.
Fabio Mauerhofer
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Ich selbst erlebte den Beginn dieser Zelle in Gündlikon, kurz vor Mittag, als 15-minütigen Starkregen.

Grüsse Mäck
Zuletzt geändert von Severestorms am Fr 19. Aug 2011, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel angepasst
Das Wetter ist doch immer wieder faszinierend! Das "gemässigte Klima" in unseren Breiten ist der Durchschnitt vieler Ereignisse, was Extreme nicht ausschliesst...

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Re: Gewitter Montag 15.8.2011 Tösstal mit Überschwemmung

Beitrag von Severestorms » Fr 19. Aug 2011, 12:01

Vielen Dank Mäck für die Mitteilung!

Scheint, als hätte davon kaum jemand was mitbekommen. Dank dir ist dieser sehr lokale Fall nun im Sturmarchiv dokumentiert: http://www.sturmarchiv.ch/index.php/201 ... C3%B6sstal

Gruss Chrigi
Founder, Owner and Operator of SSWD - Engaged in Science & Research since 1997.
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