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Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mo 1. Jun 2026, 12:04
von Federwolke
Wer heute morgen schon draussen war, hat es bestimmt gemerkt: neuer Monat, neues Wetter. Und sich dabei vielleicht gefragt, ob der heurige Sommer im klimatologischen Frühling stattfand. Nun, so schlimm wird es kaum werden, wobei es auch schon Fälle gab, wo die heissesten Tage des Jahres Ende Mai oder Anfang Juni verzeichnet wurden (zuletzt 2014, wenn ich nichts vergessen habe).
Wie ich bereits in einem früheren Beitrag angedeutet hatte, erwarte ich im Juni die Fortsetzung der Achterbahnfahrt. Im Detail:
https://www.orniwetter.info/monatsprognose-juni-2026/
Ein normaler Juni bringt in den Alpen viel Wasser:
Das für Juni übliche tiefe Geopotenzial im Norden beschränkt sich auf die Westhälfte der Karte, also Block Skandinavien, halbstarke Westdrift und Austrogungsmuster erkennbar vor Westeuropa und der Schwarzmeerregion, wir dazwischen unter dem Rücken. Tendenziell auch am Boden immer wieder Einfluss des Azorenhochs bis nach Mitteleuropa:

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Fr 5. Jun 2026, 01:44
von Federwolke
Das Modell ist wahrscheinlich verwirrt ob Mitte Juni im neuen Klima nun Schafskälte oder Hochsommer gilt

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Fr 5. Jun 2026, 11:36
von Willi
Das Modell ist wahrscheinlich verwirrt ob Mitte Juni im neuen Klima nun Schafskälte oder Hochsommer gilt
Und erst GFS? Das schwankt zwischen Sahara und Südpol

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mo 22. Jun 2026, 01:42
von Federwolke
Dieser Monat zeigt wieder mal exemplarisch auf, weshalb ich nach einem Drittel nicht mehr nervös werde, ob meine Prognose völlig in die Hose gehen könnte:
Da GFS permanent zu tief prognostiziert, geht der Trend deutlich über +3 Grad Abweichung zum Mittel 1991-2020. Was bedeutet, dass der 2025er bereits wieder als zweitwärmster Juni (deutlich hinter dem Überflieger 2003) abgelöst wird. Womit die Prognose dann doch daneben geht, weil schon wieder ein Extremereignis nicht erkannt. Immerhin: "Achterbahnfahrt" antizipiert.
Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 12:07
von Federwolke
Wie weiter nach der Rekordhitze, ist nun die Frage. Die Modelle wackeln wie bereits im Albträume-Thread gezeigt heftig, auch am letzten Junitag wurde nach dem sehr heissen 00z-Lauf, den ich für meine Prognose verwendet habe, 6 Std. später ein Kaltlauf gerechnet, der 12er dann wieder sehr warm, der 18er gemässigt kühl...
Ich habe mich jetzt aus dem Bauch heraus und weil auch der EZ-Subsaisonal in diese Richtung tendiert, einfach mal fürs Szenario "Persistenz" entschieden, also nur wenige Tage gemässigt und dann wieder heiss:
https://www.orniwetter.info/monatsprognose-juli-2026/
Und hier die traditionellen Sturmforum-Goodies:

Hohes Geopotenzial wie so oft genau in unsere Richtung aufgebuckelt, flankiert von den Trögen vor Portugal und über dem Schwarzen Meer und am Boden ein Azorenhoch bis über uns hinweg nach Osteuropa.
Die Frontalzone auf dem Atlantik wird schon fast aufreizend schön gezeichnet:
Zum Vergleich der Kaltlauf, für dessen Erfüllung mir die Fantasie fehlt:

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 14:39
von Tinu (Männedorf)
@Federwolke
Wie immer danke für die interessante Prognose!
Was ich spannend finde ist, dass v.a. ECMWF die Aufwölbung des Mittelmeerkeils in den letzten Läufen (v.a. Mittwoch 00, aber auch im aktuellen 06er) nicht mehr so massiv in Gang kommen lassen will. Der Dome bleibt eher über Spanien und der Biskaya.
Stattdessen lässt das Modell den Skandi-Trog mehr Einfluss auf Mitteleuropa gewinnen. Das Ganze wirkt insgesamt zyklonaler geprägt, sogar mit einer nassen Episode vom 7. bis 9. Juli. Ein Hitzeberg ähnlich dem, was in den ENS vor der Junihitzewelle abgebildet wurde, ist nicht mehr drin.
Aber mir ist klar: Aus Schweizer Sicht ist das eine extrem knappe Sache, weil wir im Grenzbereich zwischen den grossen Druckzentren liegen (wie eigentlich seit dem Frühling schon chronisch). Kleine Verschiebungen können also grosse Auswirkungen haben
Stellvertretend die Situation am 7. Juli:

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 17:05
von Federwolke
Hoi Tinu
Diese Entwicklung ist in meiner Prognose eingepreist, sonst müsste die positive Temperaturabweichung des Gesamtmonats noch heftiger ausfallen (vielleicht hätte ich in der Aufzählung der möglichen GWL noch Nordwest zyklonal für ein paar Tage erwähnen sollen, ich werde das noch nachtragen).
Ich will der Monatsanalyse nicht zu sehr vorgreifen, aber wir haben per Ende Juni eine Abweichung von mehr als drei Grad zur Norm 1991-2020, per 15. Juni lag sie noch im Minus. Die erste Monatshälfte darf also ruhig wieder etwas unterkühlt verlaufen (was nach aktuellem Stand nicht der Fall ist), die von den Mittelfristmodellen noch nicht modellierte zweite Monatshälfte macht das wenn nötig wie schon im Mai und Juni wieder locker wett.
Juni:
Juli (wird fortlaufend aktualisiert):
Juli (gespeicherte Version vom 01.07.):

Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Sa 11. Jul 2026, 20:24
von Federwolke
Uff! Der Juni 2026 hat so viele Geschichten geliefert, man könnte ein ganzes Buch darüber schreiben. Ich beschränke mich auf eine zweiteilige Retrospektive. Erster Teil: Die übliche Monatsanalyse.
https://www.fotometeo.ch/schafskaelte-u ... juni-2026/
Der zweite Teil wird einen Vergleich zu 1976 vertiefen. Ich habe das ja anderer Stelle bereits kurz angeschnitten, aber da sticht mich der Hafer, das genauer visualisieren zu wollen. Sollte ungefähr in einer Woche erscheinen, je nach Entwicklung der Lage, Zeitbedarf und -verfügbarkeit.
Re: Mittelfrist / Langfrist Sommer 2026
Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 14:54
von Willi
Das Ende der aktuellen Trocken-/Hitzewelle scheint in Sicht. Die Ensembles zeigen aufs Wochenende ziemlich klar nach unten, bei ECMWF und GFS. Das geht vermutlich nicht ohne Niederschläge/Gewitter/Unwetter. Es würde mich überraschen, wenn dieser Trend nochmals kippen würde. Auch in der kommenden Woche scheint der Trend zu (etwas) kühlerem Wetter anzudauern. Soweit ich mich erinnern mag, ist eine kühlere Phase in der 2. Julihälfte nicht untypisch. Erst gegen Monatsende würde sich dann wieder eine wärmere (und oft gewitterreiche) Phase einstellen.
Also Rückkehr zum "Courant normal"? Beschwören würde ich es nicht, aber es sieht doch erstmal danach aus
Quelle: wetterzentrale.de
