Was ich noch interessant finde an diesem Hitzesommer ist die Verteilung der Anomalien, respektive die erst auf den zweiten Blick sichtbaren Unterschiede des Zustands in der Atmosphäre, der diese Wärmeüberschüsse ermöglichte.
Im Juni hatten wir es demnach mit einer "klassischen" Hochdruckanomalie über dem europäischen Kontinent zu tun. Deren Kern lag über Westeuropa, namentlich über Frankreich, wobei auch die Westschweiz noch drin lag. Gut ersichtlich ist auch die negative Druckanomalie über dem Atlantik:
Entsprechend präsentierten sich auch die Auswirkungen im Bereich der Temperaturabweichung vom Mittel:
Was ich nun interessant finde: Im Juli blieb die positive Geopod-Anomalie im 500er-Druckfeld über Westeuropa zwar erhalten: Der Kern verlagerte sich aber auf den Atlantik hinaus:
Streng genommen kann man also eigentlich nicht behaupten, dass sich die Grosswetterkonstellation im Juli im Vergleich zum Juni einfach fortgesetzt oder sogar wiederholt hat. Natürlich bildet sich dieser Unterschied bei der Temperaturanomalie am Boden nicht ab (wieso auch, eine derartige Druckanomalie wie im Juni war über Mitteleuropa auch gar nicht mehr nötig, um die hohen Temperaturen zu erreichen). Das blöde an dieser Verschiebung war aber natürlich, dass dadurch der Tiefdruckeinfluss vom Atlantik her aus unser Sicht nahezu völlig unterbunden wurde:
Das habe ich mir natürlich einfach selber zusammengereimt und basiert auf keiner wissenschaftlichen Studie. Ich finde nur schon die Verschiebung der Druckanomalie aber durchaus interessant. Hätte sich die Anomalie nach Osten verlagert, würden wir jetzt vermutlich anders reden über diesen Sommer.