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Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: So 30. Aug 2026, 16:31
von Willi
Den schönen Sonntagnachmittag habe ich damit verbracht, die "storm-relative helicity" (SRH) im Vorfeld der Superzelle vom 28.8. in der Nordschweiz abzuschätzen. Die folgende Grafik erhebt keinen Anspruch auf Präzision. Es ist, im Gegenteil, eine handgelenkgeschüttelte Interpretation einiger willkürlich herausgepickter Windmessungen am Boden:

Datum/Zeit: 28.8.2026 08 Uhr (vermutlich Mittelwerte 07-08 Uhr), Quelle: www.meteoschweiz.admin.ch

Station Windrichtung m/s
Lägern 291 5.9
Napf 105 1.7
Pilatus 176 9.7
Titlis 180 11.9

Die Bewegung des Sturms 9 - 10 Uhr habe ich auf ca. 60 Grad/26.4 m/s geschätzt. Die Sturmgeschwindigkeit ist mit knapp 100 km/h ausserordentlich hoch.

Und die SRH (doppelte grau eingefärbte Fläche) wäre somit ca. 500 m2/s2
Auch dieser Wert dürfte hierzulande rekordverdächtig sein und ist konsistent mit den vielerorts aufgetretenen grossen Sturmschäden.

Auffallend ist, dass in ca. 1000m Höhe der Wind aus West bis Nordwest kam. Das haben auch die Messungen auf dem Uetliberg und dem Hörnli bestätigt. Das ist bei Superzellen nördlich der Alpen nicht ungewöhnlich. Die Zufuhr feuchtwarmer Mittelmeerluft aus Süden ist durch die Alpen blockiert, die Feuchte in tiefen Lagen kommt daher eher aus Westen oder auch aus Osten.

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Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: So 30. Aug 2026, 17:06
von Noob
Ich bin mal etwas auf die Suche gegangen.
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Ziemlich genau so ist der Zug der Unwetters gewesen, wobei ich von SH Breite aus gegangen bin. Die Strecke Schaffhausen - Buch habe ich nicht besucht.
Die Bäume soweit noch nachvollziehbar liegen in derselben Richtung.

So sieht das Ortseingangsschild von Buch aus der Windrichtung von Schaffhausen her passt auch. Dafür reichen wohl 120km/h nicht mehr aus.
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Dieser Hof steht direkt im selben Korridor.
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Nach Rotation sieht es nicht wirklich aus. Zumindest in den Teil den ich befahren habe.
Das Ganze erinnert an den 2. August von vor 9 Jahren im Stammheimertal.

Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: So 30. Aug 2026, 18:17
von helios
Die Radarbilder vom Ereignis vom 28.8. für's Archiv (Zum Abspielen den "Timeline" Slider im Menü bewegen)

Regen:
https://www.openrad.ch/archive/?z=9.5&x ... A00&idx=21
Hagel:
https://hail.openrad.ch/archive/?z=10&x ... A00&idx=21

Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: So 30. Aug 2026, 22:01
von Jeannette
Hier noch ein Video der Superzelle vom 28.8. Richtung Nord-Nord-West gefilmt (überdem Dach, ungekürzt)

Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: Fr 4. Sep 2026, 00:29
von Bernhard Oker
Das bisher extremste Sturm Video der Superzelle aus Wettingen. Erinnert stark an das Sturmereignis in Delémont. 150 km/h ? Meiner Meinung nach ein Downburst und kein Tornado.
https://www.instagram.com/p/DclDem_AXfg/

Gruss
Bernhard

Re: Gewitter 27.08.2026/28.08.2026

Verfasst: Sa 10. Okt 2026, 19:57
von Kaiko (Döttingen)
Hoi zäme

Im nachfolgenden Video von Rosi Ishak ist die Schadenschneise in Wettingen sehr gut dokumentiert:
https://www.facebook.com/rosi.ishak/vid ... 012932088/

Meiner Meinung nach verursachte diese Schäden ein Wirbelwind und nicht ein Downburst!
Die meisten anderen Schäden in Wettingen sind dem Downburst zuzuordnen. (Entwurzelte Bäume etc.)

Ich habe die markantesten Schäden in einer Karte zur Übersicht eingetragen.

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Nachfolgend einige Bilder, meist aus dem Video von Rosi Ishak generiert:

Bild 1, Schaden am Kirchturm der Pfarrei St. Anton.

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Bild 2, Schaden am Dach der Liegenschaft am Beginn der Rosengartenstrasse.

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Detailbilder des Daches:

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Bild 3, Entasteter Baum

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Bild 4, Entasteter Baum

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Bild 5, Beschädigtes Dach an einem EFH an der Rosengartenstrasse

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Bild 6, Entasteter Baum an der Winzerstrasse

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Bild 7, gekappte Tanne an der Rebbergstrasse

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Grösserer Bildauschnit von der Schadenschneise:

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Insbesondere die Baumschäden in Bild 3, Bild 4, und Bild 6 deuten eher auf einen Wirbel, da andere Bäume kurz daneben keine Schäden davontrugen!

Spannend auch, dass es zwischen Bild 5 und dem entasteten Baum an der Winzerstrasse einen Bereich in der Schadenspur gibt, wo nur wenig Schäden aufgetreten oder sichtbar sind.


Zusammenfassend ist die Breite der Schneise ca. 40m und die Länge ca. 800m. Wir haben ein Verhältnis von 1:20.

Wenn wir hier nicht von einem klaren Tornadofall ausgehen, kann es sich auch um einen Gustnado (Böenfrontwirbel) gehandelt haben?
Ein Gustnado ist aber meist schwächer als ein Tornado. Aber wenn die Windgeschwindigkeit des Gustnados über 120km/h erreicht, ist ein Entasten der Bäume wie in den Bilder durchaus möglich.

Der Gustnado bewegt sich meist parallel zur Böenfront und ist kurzlebig.
In unserem Fall bewegte er sich aber parallel zu Superzelle (Meso), was wiederum für einen Tornado spricht, da er scheinbar mit der Superzelle interagierte!

Zudem ist eine Lücke der Schäden in der Schneise wie im dokumentierten Fall beim Gustnado nicht zu erwarten, da er bodennah auftritt.

Anbei noch ein guter Beschrieb des Gustnados mit detailierten Infos:
https://www.tornado-map.de/infos/boeenfrontwirbel/

Weitere Bemerkungen und Meinungen sind erwünscht, damit ich das Ereignis als Tornado oder Gustnado im Sturmarchiv erfassen kann.

Gruss Kaiko