Grundsätzlich ist die Wetterlage nicht sonderlich spektakulär: Auf Samstag nähert sich eine Kaltfront, ausgehend von einem Tief nordwestlich der Britischen Inseln, dem Alpenraum. Sozusagen in der Verlängerung der Achse dieses Tief zieht gleichzeitig ein Höhentief über Nordafrika in Richtung westliches Mittelmeer. Als "Blocker" in der grossräumigen Skala figuriert das uns aus dem letzten Winter wohlbekannte Skandihoch:

Diese Konstellation sorgt am Samstag für mehrere Effekte, die sich gegenseitig beeinflussen:
- markante Warmluftadvektion im Vorfeld des Höhentiefs, die Luftmasse ist beidseits der Alpen mild und feucht
- eine Ladung Saharastaub mit dem bekannten Störpotenzial
- schwache Föhnströmung über den Alpen
- einsetzende Hebung / Labilisierung / Windkonvergenz mit der Annäherung der Kaltfront aus Nordwesten
Während die Sache in der Westschweiz und vor allem im Wallis, im westlichen Tessin und im Simplongebiet bereits relativ klar ist (kräftige Stauniederschläge) gerät das zentrale und östliche Mittelland in eine diffuse "Sandwichlage", bei der unklar ist, worauf es am Ende (resp. bis zum Beginn der nächsten Woche) wirklich herauslaufen wird. Je nach dem, wie weit die Front nach Osten vorankommt, dürften sich sehr unterschiedliche Bedingungen einstellen. Die Bandbreite reicht v.a. in der Nordostschweiz von mildem Föhngesäusel bis hin zu Regen, Abkühlung und sinkender Schneefallgrenze (mögliche Gegenstromlage).
Was das Thema Gewitter angeht: Die Luftmasse bietet vor allem am Samstag, je nach dem aber auch noch am Sonntag durchaus Potenzial für ein paar ordentliche Kracher. Die Modelle bieten am Samstag Capewerte von über 1000 j/kg, was für die Jahreszeit ordentlich ist:

Die grosse Frage ist halt: Löst es auch aus? Die Niederschlagsmodelle zeigen immer wieder mal aufällige Zuckungen diesbezüglich und zwar nicht nur am Jura, sondern auch im Mittelland. Die Sache ist es sicher wert, weiter verfolgt zu werden.







