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Re: Winter-Rekordkälte 25.-28.02.2018

BeitragVerfasst: Mo 5. Mär 2018, 16:52
von LukasIBK
Hoi zäme,

wie schon vielerorts diskutiert, hier die imposant kalte Luftmasse im Vergleich aller bis ins Jahr 1943 zurück reichenden Aufstiege. Der Datensatz ist seit dem Ende des 2. Weltkrieges recht vollständig.

Bild
Datenquellen: NOAA, Wyoming, Grafik: Meteocentrale, MeteoGroup

Gruss Lukas

Re: Winter-Rekordkälte 25.-28.02.2018

BeitragVerfasst: Mo 5. Mär 2018, 17:11
von Microwave
Die Labilität ist geringer am 02/27/2018 als bei der Masse der Kurven...?

Grüsse - Microwave

Re: Winter-Rekordkälte 25.-28.02.2018

BeitragVerfasst: Mo 5. Mär 2018, 21:49
von Matt (8800 Thalwil)
Danke Lukas

Ich habe ebenfalls am PAY Datensatz gearbeitet (Jahre 1958 bis heute). In tieferen Luftschichten (850 hPa) und der Stratosphäre war es statistisch gesehen ein aussergewöhnliches Ereignis. In der höheren Troposphäre lässt sich nichts Besonderes beobachten. Extreme Kälte kommt in dieser Höhe durch massive hochreichende Kaltluftausbrüche aus der Subpolarregion. Bei uns handelte sich jedoch um relativ seichte Kaltluft am Südrand des Skandinavienhochs.
Extreme Höhenkaltluft brach z. B. am 22.02.2006 aus, wo die Temp. auf 300 hPa auf -61.7 °C sank. Gleich kalt war es am 17.02.1973. Siehe z.B http://www1.wetter3.de/Archiv/.

Unten die Jahresverläufe plus 2017/2018 in Farbe. Grau gefärbt sind die Interperzentil-Abstand für 33/66% und 5/95%. Die dünne graue Linie zeigt das jeweilige Maximum/Minimum an diesem Tag (des Jahres).

850 hPa
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300 hPa
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Hier noch in Grossformat für 100, 300, 500, 700, 850 hPa
https://www.sturmforum.ch/forum_uploads/incoming/20180305_213410_Matt_8800_Thalwil.png

Gruess, Matt

Re: Winter-Rekordkälte 25.-28.02.2018

BeitragVerfasst: Do 8. Mär 2018, 22:40
von Matt (8800 Thalwil)
Durch die Erwärmung der Stratosphäre während der vergangenen Kälteperiode verringerte sich der Temperaturunterschied zwischen oben und unten massiv. Am 27.02 betrug die Temp.-Differenz 850-100 hPa gerade noch 32.4 K. Solch einen geringen Wert wurde durch die Radiosondierung in Payerne noch nie verzeichnet. Vor zwei Jahren war es genau umgekehrt: Anfang Februar stiegt der Unterschied auf über 80 K. Die Atmosphäre war geradezu sommerlich geschichtet, entsprechend mild die Witterung damals (siehe Willis Tagebuch: viewtopic.php?f=10&t=9583#p182781).

Bild

Vorsicht: Der IGRA-2 Datensatz der NOAA hat manche Fehlmessung drin. Auch in obiger Grafik sind einige Datenpunkte verdächtig. An der gemachten Aussage ändert dies nichts.

Gruess, Matt