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Klimawandel und euer Standpunkt

Erdbeben, Kameras, Forumkritik usw.
Necronom
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Necronom » Mi 14. Aug 2019, 09:27

Aus meiner Perspektive, gerade wenn uns so viel an Wissenschaft liegt, müssen wir aufpassen, welche Begriffe wir wie verwenden. Gerade beispielsweise, wenn wir über Demokratie sprechen. Was ist Demokratie eigentlich? Die Schriftzeichen, die das Wort "Demokratie" bilden, können betrachtet werden als eine sinnlich wahrnehmbare Einheit, die gemeint und verstehbar ist als Gestalt, die für ein Bezugsobjekt steht (Perrin 2011:116 / Perrin, Daniel (2011). Medienlinguistik (2., überarbeitete Auflage). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH.) Wie sieht dieses Bezugsobjekt aus? «(...) Konservative, liberale, soziale, pluralistische, elitäre, dezisionistische, kommunitaristische, kosmopolitische, republikanische, deliberative, partizipative, feministische, kritische, postmoderne und multikulturalistische Demokratie bilden nur die Spitze eines begrifflichen Eisbergs» (Merkel 2013:6).

Siehe zu Demokratie auch bspw. folgende Literatur (einfach drei Beispiele aus einer Mannigfaltigkeit an Literatur:
Frevel, Bernhard und Nils Voelzke (2017). Demokratie. Entwicklung – Gestaltung – Herausforderung (3. Auflage). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

Merkel, Wolfang (2013). Gibt es eine Krise der Demokratie? WZB-Mitteilung, (139), 6-9.

Niedermaier, Hubertus (2017). Wozu Demokratie? Politische Philosophie im Spiegel ihrer Zeit. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH.


Es scheint also sehr unterschiedliche Demokratieverständnisse zu geben. Was vielleicht jeweils auch gemeint ist, mit "Demokratie", ist einfach unser politisches System. Doch auch hier: Was ist ein politisches System genau, was ist damit gemeint? Je nach Erkenntnisinteresse und betrachteter Ausschnitt aus der Wirklichkeit gibt es ja von Staat zu Staat wieder Unterschiede (siehe bspw. die Typologie in der Politologie in Bezug auf die Regierungssysteme: Präsidentielle, Parlamentarische, Semipräsidentielle...).

Und dann gibt es auch noch die Frage der Wechselbeziehung/Verschränkung/Verschachtelung... von Ökonomie und Politik. Die habe ich ja bereits in diesem Thread angesprochen und wurde dafür kritisiert (was immer sehr gut ist, Kritik ist sehr wichtig! Wissenschaft und Kritik gehören aus meiner Sicht zusammen, ansonsten wird es doch totalitär? ;) )

Wenn uns Wissenschaft so wichtig ist, dann sollten wir Homo Sapiens, wenn wir unser eigenes gesellschaftliches Verhalten analysieren und die Welt die wir gemeinsam erschaffen haben, analysieren wollen, nicht vom Selbstverständlichem oder "gesunden Menschenverstand" (was auch immer das sein soll) leiten lassen, sondern diese gesellschaftliche Welt kritisch wissenschaftlich hinterfragen. Grundsätzlich leitet mich ein bisschen der Ansatz, der Neil deGrasse Tyson (dem bekannte Astrophysiker) zugeschrieben wird: "Follow the evidence wherever it leads, and question everything".

Deshalb befasse ich mich zurzeit auch mit "kritischer Sozialwissenschaft", historischen Materialismus, an Marx und Engels orientierte Sozialwissenschaft. Lese nun "Das Kapital, erster Band" (Marx/Engels: Werke (MEW), dazu W.F. Haug als Ergänzung und diverse andere Ergänzungen. Ich bin als Fan der Wissenschaft auf diese Perspektive gestossen. Ich kontrastiere die Perspektive auch mit bspw. anderen Perspektiven, wie bspw.:

Matter, Ulrich und Simon Lüchinger (2016). Einführung in die politische Ökonomie. Reader zur Vorlesung im FS 2016, Wirtschaft und Politik, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Basel. Mit Kapitel 1-8, 10 und 13 aus dem Standardwerk: Frey, Bruno S. und Gebhard Kirchgässner (2002). Demokratische Wirtschaftspolitik: Theorie und Anwendung (3 Auflage). München: Franz Vahlen.

Wie ihr ja wisst aus vergangenen Diskussionen, interessiere ich mich sehr für Wissenschaftstheorie/Wissenschaftsphilosophie. Wer jetzt also mit eindimensionalen, religiösen Ideologie-Vorwürfen kommt... ja der soll kommen, ist auch immer cool, diese Diskussionen :)

Und ja, das alles hat mit dem Klimawandel und meinem Standpunkt zu tun und das ist alles nicht nur philosophisches oder theoretisches Geschwafel, sondern auch Praxis. Ausschnitt aus einer Seminararbeit:

Die Wichtigkeit der Entwicklung einer wissenschaftstheoretischen Position stehe im Zusammenhang damit, dass jedes praktische Handeln implizit auf Theorien beruhe (Brühl 2017:1). Praktiker, die glauben würden, sie bräuchten keine Theorien, würden sich irren (Brühl 2017:1). «Ähnliches gilt für Fachwissenschaftler, die die Methoden ihrer Wissenschaft anwenden und glauben, dass sie keine wissenschaftstheoretische Position innehaben. Sie müssen Entscheidungen treffen, sie tun dies nur wissenschaftstheoretisch unreflektiert» (Brühl 2017:1-2).

Brühl, Rolf (2017). Wie Wissenschaft Wissen schafft. Theorie und Ethik (2.Auflage). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH.

Alles was ich hier schreibe, soll kritisiert werden und hat keinerlei Wahrheitsanspruch!

So, ich muss nun los, büezen gehen in eine Supermarkt-Filialle als Detailhandel-Stundenlöhner (mein erlernter Beruf). Die kapitalistische Produktionsweise in der *empirischen Realität" am eigenen Leib wahrnehmen gehen :mrgreen:
Ich wünsche euch einen schönen Tag.

Gruss von einem Fan der Wissenschaft!

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Willi » Fr 15. Nov 2019, 21:50

Ja kein Wunder gibt es bei der Windkraft immer mehr Wiederstand
Anbei eine weitere fundierte Analyse zur Thematik Windkraft in Deutschland.
https://www.youtube.com/watch?v=4Hlr_lpywiI
Gruss Willi
Immer da wenn's wettert

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Kaiko (Döttingen) » So 24. Nov 2019, 20:11

Und Tschüss

Wieder ein Windpark vom Tisch :!:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2 ... cht-drehen



Gruss Kaiko
Mitbetreiber des Sturmarchivs Schweiz und Wetterforscher aus Leidenschaft: http://www.sturmarchiv.ch/

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Mo 16. Dez 2019, 19:36

Weil wir es kürzlich von der unpünktlichen DB hatten (ist ein Moderatoren-Insider, aber im Gesamtzusammenhang für alle interessant):
https://www.volksverpetzer.de/social-me ... b-ausrede/

Die Quintessenz auf den Punkt gebracht:
Wir haben hier also ein völlig harmloses Foto von Greta – das ironischerweise DB-Alltag zeigt – indem sie keine indirekte Kritik üben wollte, sondern lediglich ihre Reise dokumentieren, ohne Hintergedanken. Dann eine eingeschnappte Deutsche Bahn, die das PR-Desaster abwenden wollte und so tat, als könne sie nie auf dem Boden gesessen haben, weil sie auch einen Sitzplatz gehabt hätte. Und Rechtsextreme und Klimaschutzverzögerer, die auf diesen Zug aufspringen (pun intended), und das ganze für Greta-Hass ausschlachten. So war es ein großes Eigentor für die Bahn.

Das eigentliche Problem dabei ist, dass wir jetzt über dieses harmlose Foto in einer idiotischen Diskussion gefangen sind, anstatt über die UN-Klimakonferenz und ihre Ergebnisse zu sprechen oder über sinnvolle Maßnahmen für Klimapolitik. Diese Lügen und Falschdarstellungen sollen die Öffentlichkeit von der eigentlichen Diskussion ablenken: Die dringend notwendige Klimawende.

Necronom
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Necronom » Di 17. Dez 2019, 16:46

Federwolke hat geschrieben:
Mo 16. Dez 2019, 19:36
(...)

Das eigentliche Problem dabei ist, dass wir jetzt über dieses harmlose Foto in einer idiotischen Diskussion gefangen sind, anstatt über die UN-Klimakonferenz und ihre Ergebnisse zu sprechen oder über sinnvolle Maßnahmen für Klimapolitik. Diese Lügen und Falschdarstellungen sollen die Öffentlichkeit von der eigentlichen Diskussion ablenken: Die dringend notwendige Klimawende.
Mit dieser Quintessenz bin ich absolut einverstanden.

Momentan versuche ich eher Bücher zu lesen und tiefe Perspektiven kennenzulernen und mich möglichst von diesem oberflächlichen medialen Zirkus fernzuhalten. Wobei es zum Glück auch immer wieder gute Beiträge gibt im Alltagsjournalismus und auch auf Social Media.

Dieses Semester an der Uni hatten wir eine spannende Vorlesung beim Gastdozent Stephan Lessenich mit dem Titel: "Globaler Norden: Globalisierung: Globale soziale Ungleichheiten ". Stephan Lessenich hat ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Neben uns die Sintflut": https://www.deutschlandfunk.de/wer-zahl ... _id=397260 ; https://www.zeit.de/2016/43/neben-uns-d ... pitalismus .

Ebenfalls im Kurs besprochen wurde das Konzept "imperiale Lebensweise" von Brand und Wissen: https://www.oekom.de/buch/imperiale-leb ... 818430?p=1 .

Die Ausbeutung der Natur ist in diesen Konzepten ein zentrales Thema. Beide Konzepte haben interessante Debatten ausgelöst. Bspw.: https://kritisch-lesen.de/rezension/ohn ... ebensweise ; https://www.zeitschrift-luxemburg.de/wa ... nden-muss/ , https://kritisch-lesen.de/rezension/das-falsche-wir ; https://oxiblog.de/worte-die-nicht-weit ... twachstum/

Es braucht Zeit, die Bücher zu lesen und die Perspektiven kritisch kennenzulernen. Die neuen Ansätze berufen sich häufig auch auf Klassiker. Marx & Engels, Gramsci, Aglietta, Bourdieu... um nur ganz wenige zu nennen. Diese gilt es für mich auch genauer kennenzulernen. Da warten noch tausende Seiten zu lesen auf mich. Ich bin selber erst gerade in einem Kennenlern-Prozess der kritisch-materialistischen Ansätze. In Bezug rund um ökologische Fragen und deren Verknüpfung mit Wirtschaft und Politik bieten diese Ansätze und Debatten zahlreiche Einsichten. Die Debatten und Ansätze sind aus meiner Sicht sehr empfehlenswert. Und natürlich auch die kritische Kontrastierung mit anderen sozialwissenschaftlichen Perspektiven.

Was meint ihr zu solchen Konzepten wie "imperiale Lebensweise" oder "Externalisierung (nach Lessenich)"? Oder interessiert ihr euch dafür gar nicht, da ihr es vielleicht a priori als "ideologisch" beurteilt? Falls nicht a priori: Was ist eure sozialwissenschaftliche Kritik daran? Befasst ihr euch mit (globaler) sozialer Ungleichheit? Wie bettet ihr die ökologischen Entwicklungen in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang ein? Wie stehen aus eurer Sicht Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften zueineander? Wo informiert euch? Was lest ihr für Bücher? etc... da fallen mir gerade ganz viele Fragen ein. Das Thema Klimawandel triggert bei mir so viele Fragen...

Ich bin sehr dankbar um dieses Forum hier. Ich finde es sehr cool, dass hier Leute aus unterschiedlichen Feldern zusammenkommen mit der gemeinsamen Leidenschaft "Wetter". Als Fan der Wissenschaft, insbesondere auch der Wissenschaftsphilosophie, hinterfrage ich meine "Eintellungen", "Motive," "Perspektiven" und "Überzeugungen" immer wieder. Andere Einstellungen, Motive, Perspektiven und Überzeugungen interessieren mich daher (die Verwobenheit von objektiven Lebensbedingungen und individuellen Lebensmöglichkeiten, Einstellungen etc. immer mitgedacht).

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, wir können von den kritisch-materialistischen Ansätzen viel lernen über die aktuellen Entwicklungen auch rund um den Klimawandel und wie wir Homo Sapiens damit umgehen und warum. Und unter anderem daraus kann dann das Potential entstehen, die Sache wirklich angehen zu können. Doch wie es auch hinsichtlich des Weihnachtswetter hiess: "Allein, mir fehlt der Glaube".

---

Noch ein Literaturtipp am Rande: Das neue Buch vom Prof. für Quantiative Finance an der Uni ZH: http://versus.ch/titelanzeige/314/Die%2 ... te%20Krise
Artikel dazu auf Infosperber: https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/G ... nzdiktatur
Hat ja schon auch etwas mit dem Thema zu tun, oder? Sehr angenehm geschrieben. Passt auch als Ferienlektüre!
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flowi (Do 19. Dez 2019, 19:00)

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Blizzard » Di 24. Dez 2019, 11:07

Gefährlich Gefährlich Gefährlich. So schnell gehts und man hat die marxistische Lehre verinnerlicht.
Man sieht es nicht nur hier und bei anderen Meteorolgen/Wetter- und Klimaspezialisten, sondern auch in der Informatikwelt (Silicon Valley), dass man schwach für marxistische Lehren ist, weil man es eben nicht schafft über den Tellerrand zu gucken.

Ich bin ganz ehrlich, lieber habe ich 2100 weltweit 2 Grad mehr anstatt meine Freiheit zu verlieren. Lieber sterbe ich, als dass ich ein marxistisch-grünes Diktat unterstutzen werden.

Necronom
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Necronom » Di 24. Dez 2019, 15:44

Blizzard hat geschrieben:
Di 24. Dez 2019, 11:07
Gefährlich Gefährlich Gefährlich. So schnell gehts und man hat die marxistische Lehre verinnerlicht.
Man sieht es nicht nur hier und bei anderen Meteorolgen/Wetter- und Klimaspezialisten, sondern auch in der Informatikwelt (Silicon Valley), dass man schwach für marxistische Lehren ist, weil man es eben nicht schafft über den Tellerrand zu gucken.

Ich bin ganz ehrlich, lieber habe ich 2100 weltweit 2 Grad mehr anstatt meine Freiheit zu verlieren. Lieber sterbe ich, als dass ich ein marxistisch-grünes Diktat unterstutzen werden.
Salü Blizzard

Danke für deinen Input zum Thema. Leider habe ich nicht viel Zeit für eine vertiefte Antwort. Ihr wisst ja... Feiertage und so ;)

Ganz grundsätzlich finde ich deinen Input sehr interessant, da er exemplarisch ist für gewisse Reaktionen, die man erhält, wenn gewisse wissenschaftstheoretische Perspektiven in die Diskussion eingebracht werden mit dem Ziel, wissenschaftlich darüber zu debattieren. Leider sind die Reaktionen inhaltlich aber nicht besonders interessant, da aus meiner Perspektive häufig unsachlich, undifferenziert, nicht transparent, schwer nachvollziehbar und ganz grundsätzlich unwissenschaftlich (nicht nach meinem Wissenschaftsverständnis, aber da gibt es ja bekanntlich viele https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie ). Natürlich müssen wir hier keine wissenschaftlichen Arbeiten verfassen oder so, mein Beitrag oben ist ja auch nur oberflächliches Geschwafel, aber für die Nachvollziehbarkeit sind doch einige Ausführungen jeweils wichtig aus meiner Sicht.

Ganz grundsätzlich finde ich es schwierig, die Aussagen mit meinem Beitrag zu verknüpfen, da mir nicht klar ist, welche Aussagen oder Bemerkungen diese pointierte Reaktion getriggert haben.
Um die Nachvollziehbarkeit und Transparenz zu erhöhen und mehr Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit in die Debatte einzubringen folgende Verständnisfragen:

Blizzard hat geschrieben:
Di 24. Dez 2019, 11:07
Gefährlich Gefährlich Gefährlich. So schnell gehts und man hat die marxistische Lehre verinnerlicht.
Welche Äusserungen, Inhalte, Bemerkungen meinerseits führen zu dieser Annahme? Was verstehst du unter der "marxistischen Lehre"? Und was ist daran warum gefährlich? (Ich habe da ja oben auch nur von "kritisch-materialistischen Ansätzen" geschrieben, was auch sehr erklärungsbedürftig ist.) Woher stammen deine Überzeugen, Einstellungen, Perspektiven diesbezüglich?
Blizzard hat geschrieben:
Di 24. Dez 2019, 11:07
Man sieht es nicht nur hier und bei anderen Meteorolgen/Wetter- und Klimaspezialisten, sondern auch in der Informatikwelt (Silicon Valley), dass man schwach für marxistische Lehren ist, weil man es eben nicht schafft über den Tellerrand zu gucken.
Hast du diesbezüglich Quellen? Kannst du das genauer ausführen? Da ich nicht weiss, was du unter "marxistischen Lehren" verstehst, was du alles darunter subsumierst, welche Akteure mit welchen Handlungen du hier genau meinst, ist es für mich schwierig, diese Aussage angemessen zu decodieren. Ich kenne mich da nicht aus und benötige hier mehr Informationen für die Nachvollziehbarkeit.
Bezüglich über den Tellerrand gucken: Ist nicht gerade das Befassen mit Wissenschaftstheorie der Versuch, ganz weit über den Tellerrand zu gucken? Ist nicht gerade kritische Reflexion der eigenen Überzeugungen und Perspektiven unter Bezugnahme von Wissenschaftsphilosophie das Wissenschaftliche-Über-Alle-Möglichen-Tellerränder-Gucken? ;) Ist nicht das Eindenken in unterschiedliche Ansätze und Perspektiven über den Tellerrand-Gucken? Wie ist diesbezüglich deine Perspektive?
Blizzard hat geschrieben:
Di 24. Dez 2019, 11:07
Ich bin ganz ehrlich, lieber habe ich 2100 weltweit 2 Grad mehr anstatt meine Freiheit zu verlieren. Lieber sterbe ich, als dass ich ein marxistisch-grünes Diktat unterstutzen werden.
Da sind wir, so glaube ich, fern ab von einer sachlich-wissenschaftlichen Diskussion. Aber das ist ja auch Okay, man soll auch mal Dampf ablassen und Stammtisch-Style-mässig was raushauen. Mache ich auch gerne, aber lieber wirklich zu einem Bier ;)


Ganz grundsätzlich zu deiner Beruhigung, die oben genannten Autor*innen und Bücher sind ja nicht das einzige, was ich gelesen habe und ich befasse mich gerne mit unterschiedlichen Denkweisen und Ansätze. Ich finde die kritisch-materialistischen Ansätze nur zurzeit wissenschaftlich (!!!) überzeugend. Ich bin aber auch immer offen für wissenschaftliche Kritik. Cool wäre es bspw. wenn du bspw. Fan wärst von Hayek und Friedman und jetzt in die Debatte einsteigst mit krassen wissenschaftlichen Gegenargumenten, die von ganz anderen wissenschaftstheoretischen Annahmen ausgehen. Das würde eine geile Diskussion geben...

Ganz grundsätzlich empfinde ich es leider so, dass Diskussionen über den Tellerrand hinaus eben viel zu wenig stattfinden. Aber ja, über den eigenen Tellerrand zu gucken ist mühsam. Ich finde es anstrengend und es macht mir manchmal angst.

Wie machst es du Blizzard, wie schaffst es du, über deinen Tellerrand hinauszugucken?

Danke dir Blizzard nochmals für deinen Input und schöne Festtage (euch allen auch!) :-)
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Microwave (Fr 27. Dez 2019, 21:18)

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Microwave » Fr 27. Dez 2019, 21:18

Crazy-seriöse Antwort, Necronom, musste ernsthaft lachen!

Hoffe wie du, dass eine würdige Diskussion entsteht.

Leider kann ich nicht viel beitragen zu der Diskussion, zu tief bin ich in Computer-Firmware-Hacking, und zu weit weg bin ich vom politischen oder klimatischen Geschehen.
Wann immer möglich, begrüsse ich aber eine Fakten-basierte Diskussion und wissenschaftliches Vorgehen.
Auch sollte in schwierig begreifbaren Aussagen nicht zu wenig Mathe vorhanden sein.
Wenigstens sollte aber einfliessende Subjektivität als solche deklariert werden.

Gefühlt warme Grüsse - Microwave
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Furion » Di 31. Dez 2019, 00:12

Oha oha jetzt spielen sie aber langsam mit dem Feuer, hier ohne Worte: (Ausgestrahlt vom WDR)
https://www.youtube.com/watch?v=R91CuZ0 ... =emb_title

Dann noch das hier: (von einem freien WDR Mitarbeiter)


Bild



Darauf geschah dann das hier:
https://www.youtube.com/watch?v=2efhpSx ... _rel_pause

Ja ich bin mal gespannt was 2020 bringt, aber langsam ufert es aus. Da ist viel Zündstoff und solche Dinge wie oben verträgt es langsam gar nicht mehr.

Hola die Waldfee sag ich nur, dass kann ja heiter werden.

Quellen: YouTube und Twitter
Zuletzt geändert von Furion am Di 31. Dez 2019, 00:17, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitrag von Federwolke » Di 31. Dez 2019, 01:01

Ja, die galoppierende Verblödung der Menschheit ist die noch grössere Gefahr als die Umweltzerstörung. Muss mal wieder richtig knallen, damit die Leute merken, wie gut es ihnen eigentlich gegangen ist. Man schaue nur mal, wer in den grossen und einflussreichen Ländern dieser Erde so alles regiert. Ist ja nicht so, dass diese "Herren" alle durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen wären... Happy 2020!
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Matthias_BL (Di 31. Dez 2019, 13:33)

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