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Liebe MeteoSchweiz...

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
Daniel aus Bettingen
 
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Re: Liebe MeteoSchweiz...

Beitragvon Daniel aus Bettingen » So 7. Jan 2018, 06:30

Mein Kommentar (mal schauen, ob er überhaupt veröffentlicht wird...) an MeteoSchweiz zur berechtigten Kritik eines Lesers zur Formulierung „jahreszeitübliche Temperaturen“ im erweiterten Mittelfristbereich im Meteo-Blog vom 5. Januar „Bilanz ziehen“:

Liebes MeteoSchweiz-Team

Ich bin selbst Meteorologe und Klimatologe und finde Herrn Kirsch's Kommentar im Kern absolut berechtigt.
Im erweiterten Prognosezeitraum ab Ende Dezember bis aktuell von "jahreszeitüblichen Temperaturen" zu sprechen, ist, entschuldigen Sie die Deutlichkeit, weder durch die in der Zwischenzeit effektiv gemessenen Temperaturen seit Anfang Jahr noch durch die Normperiode 1981-2010 und noch weniger durch diejenige von 1961-1990 zu rechtfertigen. Von Anfang Jahr bis heute liegen die registrierten Temperaturüberschüsse, dort wo die Schweizer Bevölkerung zum allergrössten Teil lebt, nämlich in den Städten in Höhenlagen zwischen Basel und St. Gallen (260-670m) mit 6° bis 8°C massiv über der Norm 1961-1990 und immer noch 5° bis 7°C über der deutlich vom Klimawandel geprägten neueren Zwischennorm 1981-2010.
Dass die positiven Abweichungen mit zunehmender Höhe abnehmen ist eine unter Fachleuten allgemein bekannte Tatsache. Diese hier aber als Argument gegen Herrn Kirsch's berechtigte Kritik anzuführen, ist sachlich mindestens fragwürdig.
Denn es schleckt es keine Geiss weg, die positiven Temperaturabweichungen der letzten 6-9 Tage unterhalb 1000m liegen extrem über allen Normmitteln und erinnern sehr an den bisher wärmsten Jahrhundert-Mildwinter 2006/20007, wo z.B. viele Skilager mangels Schnee nicht stattfinden konnten.

Gerade als Mann vom Fach wünsche ich mir von MeteoSchweiz mehr Mut zur Selbstkritik.

Freundliche Grüsse
Zuletzt geändert von Daniel aus Bettingen am So 7. Jan 2018, 06:33, insgesamt 2-mal geändert.

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Federwolke
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Re: Liebe MeteoSchweiz...

Beitragvon Federwolke » So 7. Jan 2018, 10:33

Es ist (auch nach dem Durchlesen aller Blogkommentare) etwas schwierig nachzuvollziehen, worauf sich die Kritik genau bezieht. Wenn ich es genau verstanden habe, sind damit Mittelfristprognosen gemeint, welche vor oder um die Weihnachtszeit für den Jahreswechsel herausgegeben wurden. Wenn man sich in unserem Mittelfrist-Winter-Thread umschaut, so war zu dieser Zeit bereits klar, dass wir es mit einer deutlich übertemperierten Phase zu tun bekommen werden. So weit kann ich die Kritik nachvollziehen.

Etwas schwieriger wird es, wenn man sich auf die Antwort von MeteoSchweiz bezieht. Aufgrund der extremen Standardabweichung in den Wintermonaten ist es für den Laien schwer nachvollziehbar, wo die "jahreszeit-üblichen Temperaturen" aufhören. Sehr schön sieht man dies im Klimaspiegel der ZAMG, hier am Beispiel Bregenz: http://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klim ... ge/bregenz Die jahreszeit-üblichen Temperaturen sind der ganze Bereich, wo die Balken noch hellrot bzw. hellblau sind. Seit dem 31. Dezember sind die Temperaturen also ausserhalb der Norm, wobei an den meisten Tagen nur knapp (was vielen wahrscheinlich so gar nicht bewusst ist). Man kann sich das auch bei den Klimaverläufen der Meteo-Schweiz-Stationen anschauen, dort ist der abnormale Bereich jener, wo die Balken die gestrichelte Linie überschreiten. Ich wünsche mir übrigens schon lange, dass MeteoSchweiz hier auf eine benutzerfreundlichere Gestaltung wie bei der ZAMG wechseln würde, damit man die einzelnen Tage besser erkennen und zuordnen kann.

Für einzelne Tage sind solche Abweichungen also durchaus noch "normal" oder nur knapp darüber. Das hört aber dann auf, wenn diese Situation wochenlang anhält und das erste Januardrittel mit einer Abweichung von ungefähr +7 Grad bilanziert. Das wäre dann ungefähr für das letzte Märzdrittel "jahreszeitüblich". Und da gibt es inzwischen nichts mehr zu motzen, in den weiteren Aussichten schreibt auch MeteoSchweiz für den Zeitraum bis 20. Januar von "Temperaturen über dem jahreszeitüblichen Durchschnitt".

Irgendwie ist es schon surreal, wenn man an einem hochnebligen Tag wie heute aufsteht, das Fenster öffnet und trotz der Tristesse draussen das Gefühl hat, es sei Frühherbst. TMin im Mittelland von 3 bis 6 Grad (plus wohlverstanden) mit Hochnebel und Bise im Januar, da fühlt man sich wie im falschen Film...

Daniel aus Bettingen
 
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Re: Liebe MeteoSchweiz...

Beitragvon Daniel aus Bettingen » So 7. Jan 2018, 16:20

Zitat aus Federwolkes obigen Beitrag:
„Und da gibt es inzwischen nichts mehr zu motzen, in den weiteren Aussichten schreibt auch MeteoSchweiz für den Zeitraum bis 20. Januar von "Temperaturen über dem jahreszeitüblichen Durchschnitt".

Die „jahreszeitüblichen Temperaturen“ wurden aber erst gestern 6. Januar (endlich) korrigiert nach einigen absolut berechtigten kritischen Leser-Kommentaren im MeteoSchweiz-Blog. Vorher wurde jedoch während mindestens 8 Tagen (ab mind. 29. Dezember bis 5. Januar) unverrückbar für die Mittelfrist „jahreszeitübliche Temperaturen“ in Aussicht gestellt, obwohl der Fortbestand der sehr milden Witterungsphase inzwischen völlig klar war und die ersten 5 Januartage massive Wärmeüberschüsse von 6 bis 8°C (!) im Flachland gebracht hatten.
Zuletzt geändert von Daniel aus Bettingen am So 7. Jan 2018, 19:15, insgesamt 3-mal geändert.

helios
 
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Re: Liebe MeteoSchweiz...

Beitragvon helios » Do 18. Jan 2018, 19:13

Die Karten werden nicht neu geladen, wenn man die Auswahl ändert:
http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/k ... arten.html

Habe es mit aktuellem Chrome und Firefox versucht.

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