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Südwest-/Unwetterlage 29. Juli bis 7. August 2017

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Tinu (Männedorf)
 
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Südwest-/Unwetterlage 29. Juli bis 7. August 2017

Beitragvon Tinu (Männedorf) » Fr 28. Jul 2017, 11:18

Hoi zäme

Es wird ja derzeit wieder im grossen Stil über die Rückkehr des Hochsommers und der Sommerhitze in der kommenden Woche geschrieben.

Nach Durchsicht der Karten bin ich aber zur Erkenntnis gelangt, dass man weniger über erquickliche Sommerwärme, sondern eher über das Unwetterpotenzial diskutieren sollte, das sich mit der anlaufenden Grosswetterlage wohl über mehrere Tage hinweg bei uns einstellen wird.

Am Wochenende etabliert sich über den Britischen Inseln ein markanter Höhentrog. Im Vorfeld dieses Troges kommt über Mitteleuropa eine Südwestlage auf, das heisst es werden zunehmend feuchte und auch heisse Luftmassen aus dem Mittelmeerraum zu uns transportiert. Situation gemäss GFS am Montag:
Bild

An dieser Situation ändert sich dann voraussichtlich bis zum kommenden Wochenende nicht sonderlich viel. Der Höhentrog bleibt nahezu stationär, die "Südwestdüse" bei uns erhält sich.

Das bedeutet nun aber nicht, dass wir es in der kommenden Woche mit durchgehend eitel Sonnenschein zu tun bekommen.

Im Gegenteil: Durch die Positionierung des Alpenraums im Bereich der (eher zyklonalen) Trogvorderseite, wobei wir durchgehend nahe am Trog sind und eben nicht im "harmloseren" Vorderseitenbereich näher an der Keilachse, kommen wir wohl wiederholt in den Bereich von kleineren Randtrögen, die um den Haupttrog mäandrieren. Das bedeutet Hebung. Ein markanterer erster Streifschuss deutet sich dabei auf den Abend des 1. August an:
Bild

Hinzu kommt die ohnehin orografisch- und tagesganbedingte Auslöse, die eigentlich fast jeden Tag zu Gewitterentwicklungen führen (kann). Dabei ist wegen der sehr energiereichen Luftmasse und der nicht sonderlich stabilen atmosphärischen Verhältnisse nahezu durchgehend mit heftigen Gewittern zu rechnen, wobei das Relief natürlich bevorzugt wird.

Fazit: Wir liegen zur hochsommerlichsten Zeit des Jahres in einer heiss-feuchten, sehr energiereichen Luftmasse, dir durch die relative Nähe zum Trog immer wieder zum kochen und wohl teilweise auch zum explodieren gebracht werden kann.

Einen regelrechten Knaller markiert GFS dann sogar fürs kommende Wochenende, wenn die heissen Luftmassen mit dem Kaltfrontdurchgang umgewälzt und ausgeräumt werden:
Bild

Das kann sich im Detail natürlich alles noch ändern. Nicht mehr viel ändern dürfte sich wohl aber am durchaus brisanten grossräumigen Setup.

Eine spannende und für Meteorologen wie auch Eventveranstalter wohl fordernde Woche deutet sich da an!
Zuletzt geändert von Bernhard Oker am So 30. Jul 2017, 06:33, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Thread Titel angepasst.
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Re: Südwest-/Unwetterlage 31. Juli bis 7. August 2017

Beitragvon nordspot » Fr 28. Jul 2017, 15:42

Hoi zäme
Die potentielle Lage deutet sich seit kurzem immer wieder in den Modelläufen an, lohnt sich allemal es auf dem Schirm zu behalten. Helge Tuschy (ESTOFEX) hat beim DWD die heutige Synop mittelfrist verfasst, sehr lesenswert und ungewöhnlich detailliert zu der kommenden Woche, da es verfällt erlaube ich mir mal es ungekürzt zu zitieren: Quelle DWD

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 28.07.2017 um 10.30 UTC



Abgesehen vom Norden hochsommerlich warm mit teils hoher Unwettergefahr durch
heftige Gewitter.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 04.08.2017


Während der Mittelfrist kommt es bei der Geopotentialverteilung zu keiner
grundlegenden Änderung. Das umfangreiche und sich zum Beginn der Mittelfrist
vorübergehend abschwächende Höhentief zwischen Island und Schottland regeneriert
sich im Verlauf der Mittelfrist und sorgt für eine Fortdauer der wechselhaften
Südwestströmung. Das Muster der Druckverteilung unterstützt eine länger
andauernde und facettenreiche Gewitterlage mit erhöhtem Unwetterpotential in
vielen Bereichen Deutschlands.

Der Beginn der Mittelfrist, am Montag, ist geprägt von beständigem
Geopotentialabbau über dem östlichen Atlantik sowie der Biskaya und einer
strammen Südwestströmung über West- und Mitteleuropa. Die Höhenströmung weist im
Zuge des Geopotentialabbaus eine vorübergehend leicht antizyklonale Signatur
auf, doch von größerer Bedeutung werden wohl eher die in die Strömung
eingebetteten Kurzwellen sein. Niedertroposphärisch liegt eine quasi-stationäre
Front über Teilen Deutschlands, die aus heutiger Sicht vom Saarland bis zur
Ostsee verläuft. Grundsätzlich verläuft der Tag nach Abzug letzter nächtlicher
Schauer und Gewitter in vielen Bereichen Deutschlands oft sonnig oder locker
bewölkt. Im Verlauf des Nachmittags und Abend nimmt das Gewitterrisiko im
süddeutschen Bergland und zunehmend auch im Umfeld der Front über dem Südwesten
und der Mitte Deutschlands zu. Allerdings scheint die labilste Luftmasse an
diesem Tag abseits (südlich) der Front und somit separiert von der stärksten
Scherung zu liegen. Dennoch reichen die Parameter im Süden für einzelne, aber
heftige Gewitter mit Unwetterpotential (Starkregen und Hagel) aus, während das
finale Unwetterpotential über der Mitte noch vom Grad der Labilität abhängt.
Abgesehen vom Nordwesten wird es mit 25 bis 32 Grad hochsommerlich heiß. Im
Nordwesten sowie im Umfeld von Nord- und Ostsee bleibt es mit 20 bis 24 Grad
etwas kühler. Das Sturmböenpotential bei Gewitterdurchzug ist mit der Aktivität
über der Mitte und dem Südwesten am größten (stärkste Scherung) und beschränkt
sich über dem süddeutschen Bergland nur auf lokale Ereignisse (eng begrenzte
Fallwinde).
In der Nacht zum Dienstag lassen die Gewitter über dem süddeutschen Bergland
allmählich nach, dauern jedoch vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten
Deutschlands weiter an. Die dafür notwendige Hebung wird durch die konfluente
Strömung im Umfeld der quasi-stationären Front sowie durch über die Front
laufenden Kurzwellen gewährleistet. Über dem äußersten Nordwesten bleibt es
meist stark bewölkt aber trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 20 und 13
Grad.

Am Dienstag spitzt sich das Unwetterpotential weiter zu. Zwar verbleibt der
Höhentrog über der Biskaya, allerdings beginnt sich sein Südteil allmählich
abzuschwächen, während der Nordteils als dominierendes System weiter nach Osten
in Richtung England/Ärmelkanal vorankommt. Diese Entwicklung sorgt für eine
beständige Gradientenverschärfung des Geopotentials in der mittleren und oberen
Troposphäre und einem sich folglich intensivierenden Windfeld über Deutschland.
Gleichzeitig setzt unter sich verstärkender Höhendivergenz ein Massenabfluss
über Mitteleuropa ein, was sich durch die Bildung eines diffus strukturierten
Bodentiefs mit Zentrum über Deutschland äußert. Diese Entwicklung wiederum
drückt die bisher quasi-stationär über Deutschland liegende Front als Warmfront
nach Nord bis Nordwest, sodass die heiße und feuchte Luftmasse weiter an Boden
nach Norden gut macht. Das Resultat ist, dass der Süden, die Mitte und der Osten
in den Einfluss einer sehr labilen Luftmasse gelangen. Hier muss im Tagesverlauf
nach einem freundlichen Beginn mit einer Unwetterlage bezüglich kräftiger
Gewitter gerechnet werden, wobei heftiger Starkregen, großer Hagel und Sturmböen
zu erwarten sind. Deutlich ruhiger verläuft der Tag im Westen und Nordwesten,
die sich im Einflussbereich der Warmfront mit dichter Bewölkung und anhaltendem
stratiformen (bzw. teils auch konvektiv verstärkten) Niederschlag herumärgern.
Die Höchstwerte liegen deutschlandweit zwischen 27 und 35 Grad mit den höchsten
Werten in Richtung Südostbayern. Etwas kühler bleibt es im Küstenumfeld mit 20
bis 25 Grad.
Im Verlauf der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Trog von England über die Nordsee
nach Dänemark. Das Bodentief über Deutschland wird ebenfalls nach Nordosten
gedrückt, sodass rückseitig des Tiefs mit einer Kaltfrontpassage zu rechnen ist,
die jedoch einen eher schleifenden Charakter aufweist. Entsprechend muss bis
weit in die Nacht besonders im Osten noch mit erhöhter Unwettergefahr gerechnet
werden, während es entlang der Front über mehrere Stunden hinweg heftig regnen
kann (Starkregenpotential). Über dem äußersten Westen und Nordwesten lockert die
Bewölkung hingegen zunehmend auf und es bleibt trocken. Die Tiefstwerte liegen
zwischen 21 und 15 Grad.

Am Mittwoch liegt Mitteleuropa zwischen den Stühlen. Während die Höhenströmung
weiter zyklonal geprägt ist, deutet sich in der mittleren Troposphäre ein eher
antizyklonal geprägtes Strömungsmuster an und auch im Bodendruck ist eine
schwache Antizyklone zu erkennen. Die Kaltfront der Nacht wird über den Osten
nach Polen und Tschechien gelenkt, beginnt jedoch über Süddeutschland dank
fehlendem Antrieb zunehmend zu schleifen. Somit wird die labile und
gewitteranfällige Luftmasse nach Süddeutschland verdrängt, wo den ganzen Tag
über erhöhte Gewittergefahr herrscht. Hier muss dank der sehr feuchten Luftmasse
weiterhin mit Unwetterpotential durch Starkregen und Hagel gerechnet werden.
Derweilen beruhigt sich das Wetter im übrigen Deutschland und bei aufgelockerter
Bewölkung bleibt es hier meist trocken. Die Höchstwerte liegen in der Mitte und
im Norden zwischen 24 und 29 Grad, im Süden zwischen 28 und 32 Grad.
Daran ändert sich in der Nacht zum Donnerstag wenig, wobei die labile Luftmasse
wieder bis in die Mitte Deutschlands nach Norden vorankommt. Dies wird
verursacht durch ein sich von Westen näherndes Atlantiktief, wobei die
schleifende Front zunehmend als Warmfront wieder nach Norden vorankommt. Im
Norden verläuft die Nacht aufgelockert bewölkt oder klar und trocken. Die
Tiefstwerte liegen zwischen 20 und 14 Grad.

Am Donnerstag wird die Warmfront weiter nordwärts geführt und erreicht zum Abend
auch den Norden und Nordosten Deutschlands. Weite Bereiche Deutschlands liegen
nun erneut in einem breiten Warmsektor, der sich durch eine warme, feuchte und
somit labil geschichtete Luftmasse bemerkbar macht. Zum Abend greift die
Kaltfront des Atlantiktiefs bereits auf den Westen Deutschlands über. Das alles
deutet erneut auf einen Tag mit hohem Gewitterpotential hin, wobei davon weite
Teile Deutschlands betroffen wären. Eine regionale Eingrenzung des höchsten
Unwetterpotentials ist allerdings nicht möglich, was dem noch langen
Vorhersagezeitraum geschuldet ist. Der hohe Feuchtegehalt und mäßige Scherung
deuten allerdings erneut auf ein erhöhtes Unwetterpotential hin. Mit 25 bis 33
Grad wird es erneut ein hochsommerlich heißer Tag. Über der Nordsee frischt der
Südwestwind teils böig auf mit einzelnen stürmischen Böen.
Im Verlauf der Nacht zum Freitag schwenkt dann die Kaltfront von West nach Ost
über Deutschland hinweg und leitet in weiten Bereichen Deutschlands einen
nachhaltigen Luftmassenwechsel ein. Müßig zu erwähnen, dass somit auch die Nacht
über verbreitet mit Gewittern zu rechnen ist und das bei Tiefstwerten von 18 bis
14 Grad.

Am Freitag gelangen weite Bereiche Deutschlands zunehmend unter einen
antizyklonalen Einfluss mit einhergehender leichter Wetterberuhigung. Da
allerdings die Kaltfront im Alpenvorland erneut ins Schleifen kommt und dort die
sehr feuchte und labil geschichtete Luftmasse weiterhin nicht ausgeräumt wird,
besteht besonders über dem Süden ein erhöhtes Gewitterpotential. Sonst verläuft
der Tag im übrigen Deutschland leicht wechselhaft mit teils längeren sonnigen
Abschnitten. Die Höchstwerte verbleiben im hochsommerlichen Bereich von 25 bis
31 Grad.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Dienstag weisen die letzten EZMW-Läufe keine größeren
Unterschiede auf. Allerdings liegt "der Teufel im Detail" (bzgl. der
Gewittervorhersage), da in der Südwestströmung eingebettete Kurzwellen
unterschiedlich bezüglich ihrer Intensität und ihres zeitlichen Auftretens
gerechnet werden. Dies hat Auswirkungen auf das finale Gewitterpotential.
In der Folge belässt der letzte EZMW Lauf (28.07., 00 UTC) das steuernde
Höhentief vor Irland etwas weiter im Nordwesten und zeigt es schwächer, sodass
die Strömung insgesamt eher glatter (westlicher) daherkommt. Dies würde ein
geringeres forcing (schwächere differenzielle positive Vorticityadvektion) und
somit mehr Unsicherheiten bezüglich der Auslöse von Gewittern nach sich ziehen.
Der Fokus würde sich in dem Fall erneut auf die Kurzwellen richten. Zum Ende der
Mittelfrist, am Freitag, nähern sich die Modellläufe wieder an und zeigen eine
stramme Südwestströmung über Mitteleuropa.

__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Ein ähnliches Verhalten wie innerhalb der EZMW-Läufe ist auch beim Vergleich der
anderen Globalmodelle zu erkennen. Bis einschließlich Dienstag ist eine gute
Übereinstimmung auszumachen, bevor zum Mittwoch die Unsicherheiten über
Deutschland zunehmen. Während GFS dann eine vorübergehende Keilaufwölbung
unterstützt, sehen ICON und EZMW eher eine zyklonal geprägte und somit
gewitteranfällige Strömung. Auch am Donnerstag dauern diese Differenzen an,
bevor zum Freitag mit einer erneuten markanten Troglage über Westeuropa eine
zunehmende Bündelung der Member in Form einer Südwestströmung zu erkennen ist.
Auch hier sei gesagt, dass neben der Lage der Front besonders die unzähligen
Kurzwellen entscheidend für die Verteilung der Gewitter sein werden. Bezüglich
des groben Ablaufs allerdings herrscht innerhalb der Modelle eine insgesamt gute
Übereinstimmung.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Meteogramme zeigen die Mittelfrist über keine größere Schwankungsbreite mit
Blick auf die Höchstwerte, die im Norden (Beispiel Hamburg) zwischen 23 und 27
Grad und sonst um 30 Grad liegen. Der wechselhafte Wettercharakter spiegelt sich
in einer sehr variablen Verteilung der Member bei der Niederschlagsvorhersage
wider. Besonders fällt auf, dass immer wieder hohe Einzelmembervorschläge zu
finden sind, die auf das Potential für Starkregen bei Gewitterdurchzug
hindeuten. Bezüglich der Windentwicklung kann keine eindeutige Tendenz
ausgemacht werden und somit dürfte sich der Fokus rein auf konvektionsgebundene
Böen richten.
Bei den Rauchfahnen der 850 hPa Temperatur ist ein Auf und Ab auf relativ hohem
Niveau zu sehen mit den maximalen Schwankungen über Süddeutschland (+15 bis +24
Grad!). Derweilen verläuft die Bündelung über Norddeutschland um rund 11 Grad
deutlich enger. Allerdings nimmt zum Ende der Mittelfrist die Streuung der
Member zu, was auf eine allgemeine Zunahme der Vorhersageunsicherheit hindeutet.
Ein ähnliches Verhalten ist auch bei den ENS von GFS zu erkennen.

Beim Blick auf die Cluster beginnt die Mittelfrist mit nur einem einzigen
Cluster (klimatologische Regime: negative NAO). Dabei liegt Deutschland auf der
Vorderseite eines markanten Troges in einer Südwestströmung.
In der Folge werden dann 4 Cluster gezeigt (meist positive NAO), wobei die
beiden ersten Cluster die größte Anzahl von Membern aufweisen. Auch der
Kontrolllauf (Cluster 1) und der det. Lauf (Cluster 2) sind beide dort zu
finden. Beide Cluster unterschieden sich vor allem bezüglich der Intensität und
Lage des steuernden Tiefs vor Irland. Während der 2. Cluster dieses schwächer
und diffuser zeigt, bringt der 1. Cluster dieses als markantes Höhentief über
England in Richtung Nordsee. Da gleichzeitig auch die schwächer besetzten
Cluster 3 und 4 ein eher kompaktes Höhentief anzeigen, ist die eher schwache
Lösung des 2. Clusters ein bisschen zu hinterfragen (und somit auch die bereits
diskutierte Abschwächung und Nordwestverlagerung des Höhentiefs im Vergleich zu
den Vorläufen). Hier kann auch ein Rückschwenken auf eine progressivere und
kompaktere Höhentieflösung in zukünftigen Läufen nicht ausgeschlossen werden.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Ganz klar stehen die Konvektion und mögliche unwetterartige Begleiterscheinungen
im Fokus. Entsprechend springt der EFI beim Parameter CAPE/shear tagtäglich an,
wobei am Dienstag ein vorläufiges Maximum mit Werten jenseits von 0.9 und einem
SOT von mehr als +2 gezeigt werden. Erst zum Ende der Mittelfrist werden die
Werte von Westen allmählich abgebaut. Selbst beim Parameter "Niederschlag"
springt der EFI am Dienstag mit geringen Werten an, was darauf hindeutet, dass
trotz der vergleichsweise geringeren Modellauflösung die Konvektion so
verbreitet und intensiv gerechnet wird, dass mit Starkregenpotential zu rechnen
ist. Dieses Anzeichen deutet auf größerer Gewittercluster hin. Abgesehen davon
werden keine anormalen (vom Modellklima abweichenden) Parameter gezeigt.

Innerhalb von COSMO-LEPS bzw. EZMW-EPS sind bezüglich der
Überschreitungswahrscheinlichkeit von Bft 8 zwar immer wieder schwache Signale
zu erkennen, die dürften allerdings auf die jeweilige Modellkonvektion
zurückzuführen sein, da aus dem synoptischen Gradienten heraus ein Überschreiten
der Bft 8 als unwahrscheinlich angesehen wird. Einzig am Donnerstag könnten die
geringen Wahrscheinlichkeiten über der Nordsee auf ein Potential für stürmische
Böen andeuten, was auch durch den Gradienten etwas unterstützt werden könnte.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS, MOSMIX
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy

Nadann, sind wir gespannt

Sonnige Grüsse

Ralph
Zuletzt geändert von nordspot am Fr 28. Jul 2017, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [FCST] Südwest-/Unwetterlage 29. Juli bis 7. August 2017

Beitragvon Bernhard Oker » So 30. Jul 2017, 06:19

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Re: Südwest-/Unwetterlage 29. Juli bis 7. August 2017

Beitragvon nordspot » So 30. Jul 2017, 09:40

Moinmoin
Es rückt alles nun mehr in die Kurzfrist, Helge Tuschy hat die synop Kurzfrist verfasst,wieder sehr lesenswert, wir müssen herauspicken was unsere Gefilde anbelangt, ich erlaube mir als ganzes zu übernehmen. (Quelle DWD)

SXEU31 DWAV 291800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 29.07.2017 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Abgesehen vom Nordwesten und Norden variable Gewitter- mit teils hoher
Unwettergefahr. Besonders im Süden und Osten heiß.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... wird besonders der Nordwesten und Norden von einer für diese
Jahreszeit kräftigen Frontalzone beeinflusst. Die Mitte und der Süden
profitieren hingegen von einem progressiven, allerdings flachen Höhenkeil.
Während also heute Abend im Norden immer wieder Schauer und örtlich ein kurzes
Gewitter auftreten, scheint in der Mitte und im Süden häufig die Sonne von einem
nur locker bewölkten Himmel. Im Süden und hier besonders am direkten Alpenrand
kann ein lokales Gewitter nicht ausgeschlossen werden, das bei PPWs von 30 mm
und einer aus der Numerik ausgelesenen "storm motion" von 10 bis 15 kt lokal
Starkregen und örtlich Hagel bringen kann. Allerdings sorgt zum Abend schwache
synoptisch-skalige Subsidenz für ein nur begrenztes/isoliertes Risiko. Die
Temperatur liegt um 20 Grad im Norden und zwischen 22 und 25 Grad im Süden und
Westen. Der Südwestwind weht im Nordwesten teils noch mäßig, schwächt sich
allerdings hier weiter ab, sodass die geltende Warnung vor Windböen in
Schleswig-Holstein auslaufen sollte.

In der Nacht zum Sonntag richtet sich das Augenmerk auf eine sich entwickelnde
Welle, die aktuell (Samstag, 17 UTC) noch westlich der Bretagne analysiert wurde
und sich im Verlauf der Nacht unter Intensivierung über den Ärmelkanal und
Südengland auf die offene südwestliche Nordsee geführt wird. Aus dynamischer
Sicht ist die Welle günstig unter dem linken Auszug eines kräftigen 50 m/s Jets
(in 300 hPa) gelegen und Modelle wie EURO4, GFS, EZMW oder ICON zeigen eine
Bodentiefentwicklung auf rund 991 bis 996 hPa über der südwestlichen Nordsee
ausgangs der Nacht. Dieses Bodentief ist an eine markante Kurzwelle (500 hPa)
gekoppelt, wobei eine stark gegen die Strömung geneigte vertikale Achse auf ein
entwicklungsfreudiges System hindeutet. Niedertroposphärisch wird die wellende
Front über Norddeutschland zunehmend warmfrontaktiv in Verbindung mit der über
Südengland stattfindenden Zyklogenese und einer sich weiter aufsteilenden
Höhenströmung. Das alles artet in einem intensiven Warmluftadvektionsregime über
der Nordsee, Benelux und dem Nordwesten/Norden Deutschland aus, das sich auch in
den jeweiligen Vorhersagesoundings durch ein entsprechendes Windprofil und
hochreichender Feuchte äußert. Dank starker differenzieller Temperaturadvektion
verschärft sich die Temperaturabnahme in der mittleren Troposphäre etwas und es
wird rund 200 bis 500 J/kg MUCAPE über dem Nordwesten gezeigt. Somit verwundert
es nicht, dass im Verlauf der Nacht mit Warmfrontdurchzug auf den Nordwesten
konvektiv verstärkter Regen übergreift, in den auch einzelne Gewitter
eingelagert sind. Dieser Niederschlag weitet sich im Verlauf der Nacht auf den
gesamten Norden aus und auch im Westen und der Mitte Deutschlands können
Orografie gebunden vereinzelt ein Gewitter und einzelne Schauer nicht
ausgeschlossen werden. Trotz hoher PPWs von mehr als 35 mm sollte die rasche
Verlagerungsgeschwindigkeit und abgehobene Natur der Konvektion warnwürdige
Niederschlagsmengen eher unwahrscheinlich sein lassen. Allerdings deuten einige
Modelle an, dass ein größerer Cluster über der Nordsee u.U. das Umfeld der
Nordsee erfassen könnte, sodass in diesen Bereichen strichweise Starkregen nicht
gänzlich ausgeschlossen werden kann.
Im Süden verläuft die Nacht nach Abklingen letzter abendlicher Schauer und
Gewitter im Bergland trocken und meist klar. Ausgenommen davon der äußerste
Südosten Bayerns, wo weiterhin ein lokales Gewitterpotential mit einer eng
begrenzten Starkregengefahr besteht. Die Tiefstwerte liegen zwischen 19 und 13
Grad.

Sonntag ... ist geprägt von einer ausgeprägten Warmsektorlage. Das markante
Bodentief verlagert sich von der südlichen Nordsee weiter in Richtung
Südnorwegen. Rückseitig dieser Entwicklung wird die dazugehörige Kaltfront nach
Deutschland geführt, wobei diese zunehmend strömungsparallel in die
Höhenströmung eingebettet besonders über Süddeutschland nur noch sehr zögernd
nach Südost vorankommt, während sie in Norddeutschland bis zum Abend wenigstens
die Oder erreicht. Präfrontal erfasst eine sehr labile Luftmasse den Süden und
gesamten Osten Deutschlands mit MLCAPE Werten von rund 1000 - 2000 J/kg. Die
hochreichende Scherung ist in allen Bereichen förderlich für organisierte
Konvektion und schwankt zwischen 15 m/s zwischen Bayern und Sachsen und rund 25
m/s zwischen den Vogesen und der Ostsee. Die große Frage an diesem Tag wird der
Hebungsantrieb sein. Die recht warme Luftmasse im Südosten und Osten sorgt für
einen ansehnlichen Deckel, der allerdings tageszeitenbedingt durch intensive
diabatische Erwärmung abgebaut wird und eine rein thermische Auslöse ist zum
späten Nachmittag möglich. Auf synoptischer Ebene sorgt eine Kurzwelle am
Vormittag über der Mitte und zunehmend über dem Nordosten Deutschlands für
Hebung, während nachfolgend vorübergehend verstärkt Subsidenz den Süden
beeinflusst. Hier sorgt eine weitere Kurzwelle ab den Abendstunden von Südwesten
für deutliche Hebungssignale, die aus Ostfrankreich und der Schweiz heraus auf
den Süden Deutschlands übergreifen.
Vom Wetterablauf bedeutet das, dass sich über dem Nordosten ab der Mittagszeit
teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln, die gebietsweise
Unwetterpotential durch Starkregen und Hagel aufweisen. Der Gewittermodus
schwankt dabei zwischen organisierten Multizellen und einzelnen Superzellen.
Diese Konvektion zieht zum Abend rasch nach Osten ab. Ansonsten wird im Süden
und im Osten im Verlauf des Nachmittags und Abend mit einer facettenreichen
Zündung gerechnet (durch Orografie, thermische Auslöse oder advektiv von den
Vogesen und aus der Schweiz heraus), wobei der Schwerpunkt zunächst über dem
Bergland liegt, bevor zum Abend auch im Tiefland das Potential rasch zunehmen
sollte. Dabei besteht ein hohes Unwetterpotential durch heftigen Starkregen
(PPWs zwischen 35 und 40 mm), großen Hagel und teils schweren Sturmböen. Im
Westen und Nordwesten verläuft der Tag zwar etwas ruhiger, doch auch hier
besteht zum Nachmittag und Abend das Potential teils kräftiger, zumeist jedoch
"nur" markanter Gewitter. Der Südwestwind weht im Nordwesten zeitweise frisch
und sonst abseits der Gewitter nur schwach.

In der Nacht zum Montag verlagern sich die heftigen Schauer und Gewitter über
den Südosten und Osten Deutschlands in Richtung Tschechien und Polen. Zu dem
Zeitpunkt dürfte der dominierende Modus in Form von mehreren Gewitterclustern
sein, die neben erhöhter Hagel- und Sturmböengefahr auch über mehrere Stunden
hinweg Starkregen bringen können. Insgesamt nimmt die Unwettergefahr allerdings
sukzessive von Südwest nach Nordost ab. Da die Kaltfront allerdings kaum mehr
nach Südosten vorankommt und voraussichtlich vom Schwarzwald bis zur Lausitz zu
finden sein wird besteht auch über der Mitte und dem Nordosten Deutschlands die
gesamte Nacht über die Gefahr einzelner markanter Gewitter mit Starkregen und
teils stürmischen Böen. Deutlich ruhiger verläuft die Nacht im Norden und
Nordwesten, wo die Wolkendecke teils längere Zeit auflockert und es abgesehen
von einzelnen Schauern meist trocken bleibt. Die Tiefstwerte liegen zwischen 19
und 13 Grad (mit einem Ost-Westgefälle) und der Wind weht abseits von Schauern
und Gewitter schwach aus Süd bis Südwest.

Montag ... ist geprägt durch Geopotentialabbau über der Biskaya in Folge eines
sich dort etablierenden Langwellentroges. Stromabwärts sorgt dies besonders in
der unteren und mittleren Troposphäre für einen leicht antizyklonalen "touch"
der Strömung mit einem schwachen Bodenhoch. In der Höhe allerdings bleibt eine
stramme Südwestströmung bestehen, in der eingelagerte Kurzwellen rasch von
Südwest nach Nordost über Deutschland hinweggeführt werden. Die über Süd- und
Südostdeutschland liegende Kaltfront bleibt auch den Montag über in diesen
Bereichen liegen und beginnt zum Abend hin allmählich in Form einer Warmfront
nach Norden zu schwenken. Prä- und postfrontal sorgt die Einstrahlung für eine
allgemeine Erwärmung der Luftmasse, allerdings zeichnet sich eine eher
bewölktere Nordseite ab, was für eine allmähliche Zunahme der Frontogenese
sprechen würde (verschärfter niedertroposphärischer horizontaler
Temperaturgradient). Südlich der Front (in etwa südlich der Donau) ist eine sehr
feuchte und äußerst labil geschichtete Luftmasse zu finden. Das äußert sich zum
Nachmittag hin in gedeckelten 1000 bis lokal 2500 J/kg MLCAPE. Dank der Nähe zur
Frontalzone verbleibt die hochreichende Scherung in einem sehr förderlichen
Bereich für organisierte Konvektion (0-6 km Scherung zwischen 20 und 25 m/s).
Die große Frage wird sein, wo und wann der Deckel durchbrochen werden kann, denn
aus der Synoptik heraus ist abgesehen von einer schwachen Kurzwelle keine
großartige Unterstützung zu erkennen. Das größte Potential für isolierte
"Zündung" könnte aus heutiger Sicht besonders der Schwarzwald sein, wo die
Hebung der Warmfront und die Orografie Hand in Hand gehen. Im Falle der
Entwicklung einzelner robuster Aufwinde ist mit langlebigen Superzellen und
einem zwar räumlich begrenzten, dafür aber mit Blick auf den "impact" recht
hohen Unwetterpotential durch sehr großen Hagel, heftigen Starkregen und teils
schweren Sturmböen zu rechnen. Die Zellen würden der Höhenströmung entsprechend
nach Nordosten und im Verlauf dank interner Dynamik zunehmend nach Osten ziehen
und somit auch Bayern betreffen. Deutlich ruhiger verläuft der Wochenstart über
der Mitte und dem Norden Deutschlands, wo neben viel Sonnenschein und nur
lockeren Wolkenfeldern abgesehen von einem örtlichen, an die Orografie
gebundenen Hitzegewitter, meist kein Niederschlag erwartet wird. Die Höchstwerte
liegen von Nordwest nach Südost zwischen 22 und 32 Grad und der Wind weht
abseits der Gewitter nur schwach aus Ost, im Nordwesten aus Südwest.

In der Nacht zum Dienstag ändert sich an der großräumigen Wetterlage wenig,
wobei die Warmfront allmählich weiter nach Norden vorankommt und dann
voraussichtlich die Mitte Deutschlands erfasst. Weiterhin mangelt es an einem
klaren synoptisch-skaligen Hebungsimpuls, der in Form recht variabel gerechneter
Kurzwellen vonseiten der Numerik gezeigt wird. Somit bleibt der Fokus für eine
nächtliche Gewitteraktivität im direkten Umfeld der Front, sodass ein Bereich
vom Saarland weiter nach Nordosten bis nach Sachsen-Anhalt/Sachsen betroffen
sein dürfte. Entgegen der eigentlich nächtlichen Abnahme der Unwettergefahr
bleibt diese die gesamte Nacht über in dem genannten Streifen sehr hoch, was der
weiterhin ungewöhnlich labil geschichteten Luftmasse (gedeckelte MLCAPE von 800
bis 1500 J/kg) und einer hochreichenden Scherung von 20 bis 30 m/s geschuldet
ist. Daher besteht bei den Gewittern ein erhöhtes Superzellenpotential mit der
Gefahr von teils großem Hagel und Starkregen. Die Gefahr vor Sturmböen hängt von
der Schichtung im Bereich der Grenzschicht ab (wie abgehoben die Konvektion
stattfinden wird). Dies kann allerdings heute noch nicht weiter geklärt werden.
Über Süddeutschland muss noch bis in die erste Nachthälfte mit den lokalen
Unwettern vom Tage gerechnet werden, bevor hier die Nacht klar und trocken
weitergeht. Im Norden ziehen wiederholt dichte Wolkenfelder vorüber, allerdings
bleibt es hier abgesehen von einzelnen Schauern meist trocken. Die Tiefstwerte
liegen zwischen 21 und 14 Grad und abseits der Gewitter weht ein nur schwacher
Wind aus unterschiedlichen Richtungen.

Dienstag ... spitzt sich die Unwettergefahr in weiten Bereichen Deutschland
weiter zu. Dem recht weiten Vorhersagezeitraum geschuldet kann eine
Regionalisierung der größten Unwettergefahr noch nicht vorgenommen werden,
außer, dass der Nordwesten und wohl auch äußerste Norden "mit einem blauen Auge
davonkommen". Hier wird die allmählich weiter nach Norden vorankommende
Warmfront neben dichten Wolken teils länger anhaltenden und konvektiv
verstärkten Regen bringen, der aber aus heutiger Sicht die Warnschwellen für
mehrstündigen Starkregen nicht erreichen wird. Die Höchstwerte verbleiben mit 22
bis 27 Grad auch eher im gedämpften, wenngleich aber schwülen Bereich.
Im Süden, der Mitte und im Osten spannt sich ein großräumiger Warmsektor auf,
der extrem labil geschichtet ist und in den meisten Bereichen eine sehr hohe
Scherung aufweist. Bezüglich der Zutaten steht diesen Bereichen ein klassischer
Unwettertag bevor!
Erneut wird die Frage sein, wie großräumig es auslöst, doch spätestens mit
Annäherung einer markanten Trogachse von Westen und einhergehender intensiver
differenzieller positiver Vorticityadvektion wird der Deckel im Verlauf des
Abends von Südwesten verbreitet durchbrochen. Allerdings wird auch zuvor eine
isolierte Zündung im Warmsektor dank intensiver diabatischer Erwärmung und der
vorhandenen Orografie zu erwarten sein. Das Unwetterpotential ist in diesen
Bereichen auf jeden Fall sehr groß durch teils sehr großen Hagel, orkanartige
Böen und heftigen Starkregen. Allgemein wird es im Süden und Osten sehr heiß mit
Höchstwerten von 29 bis 36 Grad, im äußersten Südosten könnte es lokal gar noch
heißer werden. Abseits der Gewitter weht der Wind meist schwach aus
unterschiedlichen Richtungen und im Nordwesten weiterhin aus Südwest.


Modellvergleich und -einschätzung
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Innerhalb der Modelle sind keine größeren Unterschiede bezüglich des Ablaufs der
Kurzfrist auszumachen. Allerdings wird das Auftreten zahlreicher Kurzwellen
teils noch sehr variabel berechnet, was wiederum für die Frage der "Zündung" und
der regionalen Verteilung von Gewittern sehr wichtig ist. Bezüglich
mehrstündigen Starkregens gibt es innerhalb der Ensembles weiterhin Signale für
die Nacht zum Montag über Südostdeutschland und sehr geringe Signale für den
Westen am Dienstag. Allerdings birgt die eher progressive Natur der Gewitter in
erster Linie weniger ein mehrstündiges Starkregenpotential, was sich eher auf
Gewittercluster beschränken sollte und jetzt noch nicht weiter regionalisiert
werden kann. Bei den möglichen Schwerpunkten stimmen EZMW-EPS und COMSO-LEPS
allerdings bezüglich Zeit und räumlichen Auftretens gut überein.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Modelle den allgemeinen Wetterablauf
sehr gut erfassen, Detailfragen allerdings der konvektiven Natur des
Niederschlags entsprechend erst kurzfristig beantwortet werden können.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy

(dafür steht heute nichts bei ESTOFEX? :lol: )

P.S. Weiss jemand wo die DWD Synops gespeichert sind? Dann könnte ich statt reinkopieren einen link setzen..

Bereits einheizende Grüsse

Ralph
nordspot Konstanz


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