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Gewitter 10./11.07.2012

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Flip
 
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Flip » Mi 11. Jul 2012, 20:11

Hallo zusammen





Stephan hat geschrieben:Ciao zämä

Das tragische Unglück auf der Grossen Allmend in Frauenfeld macht betroffen, ich kenne die Gegend ziemlich gut (bin dort aufgewachsen). Man malt sich lieber nicht aus, was passiert wäre, wenn sich das Ereignis am letzten Wochenende abgespielt hätte.

Die kleinräumigen Unterschiede bei den Messwerten sind enorm. Wenige hundert Meter entfernt bei der ARA (am rechten Bildrand im oberen Viertel des Bildes sichtbar) steht eine Station des Kantons Thurgau (Daten unter http://www.umwelt.tg.ch/xml_21/internet/de/application/d1073/d8764/f10771.cfm). Interessant ist auch die Station von flipswetter.ch, die Station liegt ganz in der Nähe meines Elternhauses. Weiter steht noch eine Meteomedia-Station auf dem Kantonspital.

Hier zuerst mal die Übersicht auf der Karte:

Bild
Kartenmaterial: http://map.geo.admin.ch
Roter Punkt: ARA-Frauenfeld
Blauer Punkt: Kantonsspital
Grüner Punkt: flipswetter.ch

Hier ein Versuch, die interessanten Parameter Böenspitzen und Niederschlag von flipswetter.ch und der ARA in eine Darstellung zu bringen:
Bild

Nicht auf der Darstellung sind die Daten von der Meteomedia-Station beim Kantonsspital: http://hochwasser.tg.ch/Meteo/05221.PDF (verfällt!). Hier lag die Böenspitze etwas über 50 km/h, also deutlich tiefer bei der ARA und etwa in einer gleich Grössenordnung wie der Wert von flipwetter.ch (wobei bei der Interpretation dieses Wertes die Aufstellung zu berücksichtigen ist).

Bezüglich Niederschlag gabs beim Kantonsspital und bei der ARA in einer Stunde etwa 16 mm. Die Werte von flipswetter.ch sind deutlich höher, wobei der 10-min Wert von 20.8mm ein bemerkenswerter Wert ist. Vergleicht man diesen Wert mit extremwertstatistischen Auswertung der SMN-Stationen in der weiteren Umgebung, dann würde man grob eine Wiederkehrperiode von 20 Jahren abschätzen. Meine Eltern (keine 300m Luftlinie von der Station flipswetter.ch Richtung NNW entfernt) haben in ihrem Landi-Regenmesser 40 mm registriert. Dieser Wert ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen (die Messung ist definitiv nicht WMO-konform ist --> Leroy-Klasse wohl zwischen 4 und 5 (http://www.ccrom.org/ccrom/IMG/pdf/note_technique35-2.pdf) und lässt sich nicht ganz genau datieren.

Gruss, Stephan




Danke Stephan für deine Illustration auch an Kaiko mein danke schön
Hatte leider das Gewitter verpasst,war leider nicht bei meinen Eltern :( :)

Auch mein beileid an die verstorbene Helferin
War am Wochenende am Openair

Eins kann ich schon mal bestätigen es war schon mal der höchste Niederschlasgs Stundenwert sei Nov. 2006 (Schalle Kalibriert) ;)

Bild
(Bei Höst Temp hatte ich ein Lüfterdefekt,die Druckanstiege warwn natürlich auch keine messung)
(....ja,ja Mutieren ist eine mühsame Sache bei WS Win)

20.8mm in 10min so oder so der höchste Wert seit Nov. 2006
Bild[/url]

Gruss aus Amden

Flip von FlipsWetter
Zuletzt geändert von Flip am Mi 11. Jul 2012, 20:24, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon B3rgl3r » Mi 11. Jul 2012, 20:35

Apropos, dachte es wäre recht krass da in Richtung Klosters/Davos was die Radarmap angeht... also schnell die Webcams inspiziert und :shock: :shock: :shock:
Sieht mir recht verhagelt aus... und irgendwie hatte das Ding recht was in Sich (incl. RightMove ?). Radar war im Core mal Weiss und nicht Violett =)
http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam&pf=1&cam=14 u.s.w.

Ich bin noch am suchen und ein paar Snips machen (verfällt)

Update: Das war definitiv frischer Hagel.
So sah er um 20:00 aus -> http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam& ... 000&cam=14 (muss aber teils noch extremer gewesen sein von der Intensität her) oO
So um 21:00 -> http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam& ... 100&cam=14

Vor dem Hagel: http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam& ... 1900&cam=1
Nach dem Hagel: http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam& ... 2000&cam=1

Action ? http://www.schatzalp.ch/p.cfm?s=webcam& ... 2000&cam=7
Zuletzt geändert von B3rgl3r am Mi 11. Jul 2012, 21:11, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Dr. Funnel » Mi 11. Jul 2012, 22:54

Die Windböen in Frauenfeld müssen wirklich extrem begrenzt gewesen sein. Auffallend war, dass örtlich die Zerstörung sehr gross war, während bereits in der nahen Umgebung gar keine Schäden verursacht wurden. Dies ist gut in Bild 1 dokumentiert: Im Vordergrund ist ein Zelt zerstört, dahinter (in Windrichtung) ist ein grosses Zirkus-Zelt, das noch völlig intakt ist.

Ebenso sind die örtlichen Schäden auf dem 2. Bild gut sichtbar: Links ein schiefes Zelt, in der Mitte ein zerstörtes Zelt, rechts im Bild ein unversehrtes Zelt.

Bild


Bild
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Michi Grüningen » Do 12. Jul 2012, 00:30

Kann das Hagelgewitter von Davos heute Abend bestätigen. Kollege machte dort Foto, ca. 2 cm Hagelkörner.

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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Tinu (Männedorf) » Do 12. Jul 2012, 09:15

Federwolke hat geschrieben:Würde mich schon interessieren, wo sowas steht. Ist nämlich totaler Humbug, da es immer drauf ankommt, was für Luftmassen zu welcher Jahreszeit beteiligt sind.


Habe ich mir fast gedacht, dass diese "Regel" Blödsinn ist. Wo ich das gelesen habe, kann ich dir aber auch nicht mehr sagen. Ich glaub' das bezog sich darauf, dass eine Luftmasse im Sommer eine gewisse Energiemenge besitzen muss, damit es zu Gewittern, resp. konvektiven Prozessen kommen kann. Und dafür haben die dann die äquipotenzielle Temperatur herangezogen, resp. so eine Art sommerliche "Schnittregel" draus gebastelt. Aber eben: Da steht bekanntlich viel Zeugs in den Weiten des Webs und 90 Prozent davon ist Quatsch.
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Dr. Funnel » Do 12. Jul 2012, 17:02

@Willi: Ist auf den Radarbildern bei der Gewitterzelle, die die Zelte in Frauenfeld verweht hat eine Drehung oder sonst etwas verdächtiges zu erkennen?
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Severestorms » Do 12. Jul 2012, 18:36

@ Andreas: Interessante Frage! Ist mir selbst gar nicht in den Sinn gekommen. Die Frage können wir auch gleich an unsere Kollegen bei MeteoSchweiz weitergeben (Andreas, Marco, Michi, etc.). Die haben vermutlich auf mehr Dopplerdaten Zugriff als Willi.

Der Radarbildanimation nach zu urteilen, müsste zumindest noch in der Nähe von Winterthur eine Mesozyklone vorhanden gewesen sein. Danach schien der Leftmover empfindlich gestört worden zu sein. Ein tornadisches Ereignis halte ich zwar nicht für unmöglich, aber eher unwahrscheinlich (Zelle war eher outflowdominant und es müsste doch Hinweise von Augenzeugen geben). Aber die Frage ist berechtigt und interessant.

Gruss, Chris

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Zuletzt geändert von Severestorms am Fr 13. Jul 2012, 12:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Severestorms » Fr 13. Jul 2012, 12:40

@ Andreas, Flip, Stephan: Danke für eure Analyse-Beiträge zum Downburst von Frauenfeld.

Der Eintrag im Sturmarchiv ist nun vollständig. Bitte Korrekturen melden.

http://www.sturmarchiv.ch/index.php/201 ... Frauenfeld

Gruss Chris
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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Stefan Hörmann » Fr 13. Jul 2012, 14:25

Tinu (Männedorf) hat geschrieben:@Cyrill

Wobei mir die Sache auch nicht immer ganz geheuer ist. Ich versteh das auch nur ansatzweise. Allerdings habe ich mal gelesen, dass man sich bei der Lokalisierung einer Kaltfront (sofern sie denn "klassisch" und keine irgendwie geartete Ausnahmeerscheinung ist) auf dem Theta-E-Feld folgendermassen orientieren kann: Kaltfront liegt in der Regel im Bereich Theta-E-Wert 50 und/oder knapp drüber (eher leicht drüber). Keine Ahnung wie seriös diese "Faustregel" ist, oftmals stimmts aber m.E. ziemlich genau. Aber eben: Keine Garantie.


Fausregeln... Auf diese besser verzichten, oder hast Du zu allen Jahreszeiten ne eigene Fronten-Fausformel.? Viel Spaß im Winter ne Kaltfront bei 50er Theta-E zu finden. :-) Bei Höhenfronten und Warmfront bist Du mit ThetaE auch oft auf dem Holzweg. Es gibt da nicht die Pauschallösung.

Mir werden immer wieder ähnliche Fragen gestellt. Der Klassiker schlechthin: "Wann ist ein Hoch ein Hoch und wann ist ein Tief ein Tief". Da geistert zwar die Fausregel herum, dass alles unter Standard-Atmosphörendruck von 1013 hPa ein Tief sein soll, darüber ein Hochdruck. Mit solchen einfachen, aber oft unsinnigen Regeln suggeriert man den Laien vermeintliche "Einfachheit" des Wetters/der Meteorologie. Nur blöd, wenn sich bei "Dauerhoch" von 1016-1018 hPa im Sommer 2012 gar kein Sommer einstellen will.
Viele Grüße,
Stefan, Ehingen/Donau, 545NN, Südrand Schwäbische Alb
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Mein größter Wetterwunsch zu Lebzeiten: Eine komplette Seegfrörne am Bodensee

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Re: Gewitter 10./11.07.2012

Beitragvon Dävu » Fr 13. Jul 2012, 17:25

Sternchen99 hat geschrieben:Hallo zäme

Noch ein Nachtrag meinerseits zu gestern.

[...]

Kurz darauf folgte der zweite heftige Knall. Den dritten heftigen Blitz konnte ich beobachten, er war vielleicht 400m von mir entfernt, gegen den Boden gerichtet, jedoch ohne Bodenkontakt. Leider hatte ich zum Fotografieren keine Chance mehr.

Ich habe später erfahren, dass der erste Blitz ca. 800m von meinem Standort in eine Strassenlampe eingeschlagen hat. Von der Strassenlampe hat es die Lampe selbst regelrecht von der Stange abgesprengt und ich konnte heute sehen, dass die Stange oben schwarz ist. Die Trümmer der Lampe sind gemäss einem Nachbar meiner Eltern sogar noch über ein Hausdach geflogen. Bei meinen Eltern (Haus ca. 20m vom Einschlag entfernt) hat es die Deckel von den Telefondosen der ISDN-Anlage abgesprengt. Ziemlich spektakulär das Ganze.

Zum Glück sind keine Personen zu Schaden gekommen, nur die elektrischen Geräte in dieser Region haben arg gelitten.

Ich finde diese Sache sehr spannend, da das Gewitter sehr unscheinbar gewirkt hat und es ausser den drei heftigen Blitzen soweit ich weiss keine Weiteren mehr in der Nähe gab. Die Blitze kamen wie aus dem Nichts.

In dieser Saison war ich mir bisher nur harmlose Wolkenblitze und ein paar wenige Bodenblitze gewöhnt, die man jeweils erwartet hat.

Fazit: Denkt also beim Chasen auch an eure Sicherheit, manchmal kann es plötzlich ziemlich heftig losgehen.

Grüsse, Sternchen



Hoi zämä

Ich war zu dieser Zeit in Bern und habe die Blitzeinschläge nicht mitbekommen. Ich habe mir aber vorhin die Mühe gemacht, den betroffenen Kandelaber zu inspizieren. Der obere Teil der Lampe ist verrusst und schwarz, ausserdem hat es den Bügel beim Leuchtpunkt vorne auseinandergerissen. Auf der Strasse selber lagen noch einzelne Splitter rum, einer davon war etwas grösser und verrusst (siehe Foto). Da werden wohl noch einige Lampenteile in den Gärten und Feldern im näheren Umkreis liegen.

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Gruess, Dävu
David in 5102 Rupperswil

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