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Klimawandel und euer Standpunkt

Erdbeben, Kameras, Forumkritik usw.
Furion
 
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Furion » Fr 25. Nov 2016, 13:02

Hoi Patrick

Ja genau dort liegt der Hund begraben, die Boulevardmedien stürtzen sich immer auf das CO2. Leider ist es so das diese Medien auch die meisten Leute erreichen und so auch vieles bewirken können. Das stört mich halt enorm, denn es wird ein falsches Bild über das Ganze verbreitet, welches viel zu einfach gestrickt ist. Wenn man weiss wo man suchen muss, findet man aber durchaus andere Faktoren, wie du ja gesagt hast.

Danke für die Links, werde mich dann dort noch durcharbeiten. Die Wissenschaft wird eben auch oft beschuldigt nur auf CO2 loszugehen, aber da sind auch wieder die Medien schuld, die halt ganz einfach nur die Wissenschaftler rauspicken, die über das CO2 arbeiten machen. Aufgrund dessen entsteht aber genau diese Hysterie in der sogar Politiker gefangen sind. Irgendwie kanns ja das auch nicht sein oder? Aber ja was will man tun, irgendwann werden die anderen Faktoren auch bekannter denke ich.

Gruss Furion

Matthias_BL
 
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Matthias_BL » Fr 25. Nov 2016, 19:00

Furion hat geschrieben:Ja genau dort liegt der Hund begraben, die Boulevardmedien stürtzen sich immer auf das CO2.


Hoi Furion,

Ich weiss nicht ob ein Medien-Bashing wirklich zielführend ist und die aktuelle Situation wirklich beschreibt.
Meiner Meinung nach wird auf vielen Ebnen simplifiziert, sehe dies aber auch vor einem politischen Hintergrund wie ich das schon mal in einem früheren Posting erwähnt habe: http://www.sturmforum.ch/viewtopic.php?f=3&t=2607&p=187397#p187397

Also lasst doch bitte die Leute an das böse CO2 "glauben"(!) - obwohl Methan u.a. ja noch viel schlimmer ist - und dann bezahlen die Leute doch gerne den Klimarappen, eine neue CO2 Steuer, usw.!

Off Topic
Mal ehrlich: Ich lese sehr viel mittelalterliches und mir kommt die gesamte Klimapolitik der CH heute langsam vor wie der Ablass-Handel zu mittelalterlicher Zeit vor! Ich "sündige" - also: verursache CO2 Ausstoss mit meiner Ferienreise oder meinem Arbeitsweg - ego te absolvo, Amen: Ich kaufe dann einen Ablass-Brief auf myclimate.org, oder bezahle CO2 Steuer, oder den Klimarappen und mein Gewissen ist wieder "rein", bis zum nächste Flug nach irgendwo. Analog argumentiert ja auch Frau BR Leuthard mit der Energiepolitik 2050. Sorry, dieser Frau geht es meiner Meinung nach gar nicht mehr um das Klima, sondern darum sich ein "Denkmal" (ja gerne: "Denk mal!") zu verschaffen. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ oder analog: Wenn das Geld bezahlt ist, geht es dem Klima sofort gleich wieder besser. Sicher!


Nicht für ungut.
grüsse Matthias

Furion
 
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Furion » Fr 25. Nov 2016, 20:39

Och Matthias, du bist doch eine Spassbremse, lass mich doch über die Medien herziehen. :mrgreen:

Ja schon gut, ich habe heute im Radio vernommen das dieses Jahr UNGLAUBLICH warm war, vor allem am Nordpol und auf Spitzbergen. Es sei katastrophal, da so ja Eis schmelzen würde und der Klimawandel sei nicht mehr zu leugnen, wurde gesagt. Dann holte die Moderatorin zum alles entscheidenden Schlag aus und ich dachte jetzt kommts....CO2 IST AN ALLEM SCHULD. Aber halt, so wars nicht, nein ganz und gar nicht, sie sagte das dieses Jahr nicht nur das CO2 schuld sei, sondern auch der gewaltige El Ninio. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, tatsächlich wurde nicht wie immer die CO2 Keule rausgeholt, sondern auch mal was anderes erwähnt. Faszinierend, ich muss gleich mal eine Studie machen, warum diese Moderatorin sich der heiligen Gebetsmühle des CO2 widersetzt hat. Vielleicht sollte ich sie sogar heiraten, aber ich habe schon eine Frau. :roll:

Aber ja, das mit dem Geld zahlen fürs Klima wird sicherlich wunderbar funktionieren, da braucht man keine Angst zu haben. Die Klimarappenuhr im Auto wird kommen, dann darf man pro Woche nur noch 20km weit fahren, wer das überschreitet, löst einen Erwärmungsalarm aus, der dann laufend anzeigt um wie viel Grad sich die Erde wegen DIR aufwärmt. Damit nicht genug, es werden natürlich auch horrende Summen pro Zusatzkilometer fällig. :lol:

So jetzt aber genug, sonst könnte man meinen ich nehme das nicht ernst...
Der Thread gefällt mir bis anhin sehr gut, ich finde das wirklich spannend und ich bin gespannt auf weitere Einwürfe.
Ach übrigens, wer es noch nicht getan hat, bitte unbedingt die Posts von emil17 lesen und zwar hier: viewtopic.php?f=3&t=2607&start=90
Er hat sich neu registriert und offenbar versteht er was vom Ganzen.

Gruss Furion

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon emil17 » So 27. Nov 2016, 20:55

Meine Meinung dazu: Was die reine Wissenschaft angeht, hat Patrick so ziemlich alles gesgt, was es dazu zu sagen gibt.
Es ist aber nicht ein rein wissenschaftliches Problem, obwohl die Modellierung des Klimas zum Verzweifeln kompliziert ist.

- Es ist schlicht dumm, die ganzen Vorräte an fossilen Brennstoffen in wenigen Jahrhunderten zu verheizen, nur damit wir so sinnvolle Dinge wie überdimensionierte Autos, geheizte Ferienhäuser wenn keiner da ist, Billigflüge über den Atlantik, Treibhaustomaten und dergleichen haben.
Hier dürfte die Folge so sein wie das, was man mit der Entwaldung grosser Landstriche im Mittelmeergebiet in früherer Zeit angerichtet hat. Die Kriege und Wirtschaftsinteressen, derentwegen man das getan hat, sind schon lange Geschichte und interessieren heute niemanden mehr, die Folge - weite Landstriche unfruchtbar und verkarstet - sind immer noch da.
- Wenn ein unangenehmes Phänomen mehrere Ursache hat, ist es müssig, auf die anderen zu zeigen und finden, diese seien mehr schuld am Problem als man selber. Wer sekber Kinder im Haushalt hat oder hatte, kennt dieses Prinzip, wenns ums Abwaschen oder Aufräumen geht ...
Es handelt sich beim CO2-Klimaproblem um ein typisches Problem der "Tragik der Allmende": Wer spart, wird mit Einbusse von Lebensqualität oder Mehraufwand bestraft. Die Folgen des übermässigen Verbrauchs fossiler Energie hingegen treffen alle, egal ob man selber gespart hat oder nicht. In diesem Fall ist das logische Verhalten des Einzelnen: Brauchen solange man noch darf.
Das funktioniert genauso (bzw. genauso nicht) mit den Krankenkassenprämien, mit der Überfischung der Weltmeere und so weiter.

- Im Gegensatz zu der oft zitierten geologischen Vegangenheit mit sehr hohem CO2-Gehalt und vermuteten wilden Schwankungen des Meeresspiegels ist die Situation heute grundlegend anders. Ein Anstieg des Meeresspiegels um einige Meter würde den Siedlungsraum von riesigen Menschenmassen vernichten und den Verlust riesiger landwirtschaftlicher Nutzflächen bedeuten. Das Ganze findet so rasch statt, dass die veränderte Situation nicht durch allmähliche Anpassung bewältigt werden kann, sondern es wird zu gewaltigen Migrationsströmen mit all den bekannten schlimmen Folgen führen. Überlegt Euch mal, wieviele Millionenstädte am Meer liegen und wieviele Leute dort wohnen.
Dies ist der Hauptgrund, weshalb eine Einschränkung des CO2-Ausstosses weise wäre, egal was die Beiträge anderer Treibhausgase zum Problem sind.
Das Argument, das Klimaproblem sei nicht monokausal und es könne ja sein, dass die wahre Ursache der Erwärmung gar nichts mit dem CO2 aus fossiler Energie zu tun habe, greift nicht. Es ist dies die exakte Argumentationsweise der Tragik der Allmende, s. oben.

Furion
 
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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Furion » Mo 28. Nov 2016, 17:41

Ja da kann ich nicht viel mehr als Amen sagen Emil, danke für den Beitrag.
Am Ênde ist aber genau das eine Wort in deinem Satz treffend für die Situation und das heisst "wäre".

emil17 hat geschrieben:Dies ist der Hauptgrund, weshalb eine Einschränkung des CO2-Ausstosses weise wäre, egal was die Beiträge anderer Treibhausgase zum Problem sind.


Das trifft es genau, dieses wäre, denn wie ich schon mal geschrieben habe, sagt man zwar man müsste und man sollte, aber das Ganze auch umzusetzen ist unglaublich schwer, wenn nicht gar unrealistisch mit den heutigen Technologien. Man muss nur mal sehen wie die ganze Wirtschaft von den Fossilen abhängt. Gut Europa kann es vielleicht packen mit dem reduzieren, aber China?! Ganz zu schweigen von anderen Entwicklungsländern. Man kann uns kleine Bürger schon dazu verdonnern ein Elektroauto zu kaufen, (was aber bei genauer Betrachtung auch nicht so wenig CO2 abwirft wie man vielleicht vermutet) aber was ist mit dem ganzen Frachtverkehr über die Meere? Die Produzieren CO2 das es knallt und berstet, aber was soll man tun? Elektrofrachter? Die Akkutechnik ist gerade mal genug weit um Autos 500km weit fahren zu lassen...
Und das ist jetzt nur ein Beispiel, denn wo man hinschaut ist alles von den Fossilen abhängig. Man kann in Paris leicht einen Vertrag unterschreiben um ein gutes Gefühl zu haben, aber ernsthaft machen?!

Es kommen neue Sachen die uns die Zukunft retten könnten, wie zum Beispiel Akkus die 6 mal mehr speichern können als heutige bei gleicher Grösse. Ebenso ist die Kernfusion mit der ITER Anlage auf gutem Weg, denn diese Anlage wird genug gross sein um ernsthafte Fusionen starten zu können. Jedoch dauert das mit der Fusion sicher noch 50 Jahre, sollte sie aber funktionieren, hätten wir wenigstens wieder einen zuverlässigen Bandenergie Liefernannten, der erst noch beinahe kein Atommüll produziert. Ausserdem fliegen die Fusionsreaktoren nicht in die Luft. :D Aber eben, es dauert seine Zeit, wir bräuchten diese Technologien eigentlich schon heute.

Gruss Furion

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Michael (Gränichen) » Mo 28. Nov 2016, 20:12

Bezüglich Kernfusion halte ich es wie ein Dozent den ich mal an der ETH hatte:
https://matter2energy.wordpress.com/201 ... er-happen/

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Re: Klimawandel und euer Standpunkt

Beitragvon Furion » Mo 28. Nov 2016, 22:05

Michael (Gränichen) hat geschrieben:Bezüglich Kernfusion halte ich es wie ein Dozent den ich mal an der ETH hatte:
https://matter2energy.wordpress.com/201 ... er-happen/


Ja man kann das natürlich schon schwarz malen, aber es besteht doch erhebliches Interesse in diese Technologie, denn wenn man die Fusion meistert, öffnet das sehr viele neue Wege in der Technologie. Nicht nur das man damit Strom produzieren kann, nein es kann auch für Antriebe im Weltraum genutzt werden. Somit würde sich die Reise zum Mars auf nur noch 2-3 Monate verkürzten. (Ja ist immer noch lang, aber mal ein anfang)

Man muss hier auch wieder ein wenig weiter denken, die Fusion ist durchaus sehr wichtig, sonst würde ein Projekt wie ITER niemals existieren, denn es geht um einen grossen Sprung in der Technologie allgemein. Und bei Iter pumpen sehr viele Staaten Geld rein, darunter ist die USA, Europa, Russland und weitere. Sollte die Fusion mit ITER funktionieren ist bereits ein echter Reaktor namens DOMO geplant. Das ist also durchaus keine Schaumschlägerei und meines Erachtens mehr als nötig. Klar ist es teuer, aber die Wirtschaft hat grosses Interesse an einem BANDENERGIE Lieferanten. Da die AKW zunehmend unter Druck geraten, muss was neues her. Weil was bleibt sonst? Photovoltaik? Nicht wirklich, denn bei schlecht Wetter oder im Winter sinkt die Leistung enorm. Sobald die Leistung sinkt, muss dies kompensiert werden. In Deutschland gibt's dazu immer noch Kohlekraftwerke, die Schweiz nutzt Speicherwerke. Windenergie ist auch keine Lösung, da hier genau das gleiche Problem besteht. Windet es nicht, hat man nichts, windet es stark, hat man wieder zu viel.

Darum ist die Wirtschaft interessiert an der Fusion, da diese in der Lage ist, konstant Energie zu erzeugen. Dies ist auch sehr wichtig, denn alles andere ist eine extreme Belastung für das Netz. Ich habe schon einige Fachleute im Stromsektor befragt und die Bandenergie ist enorm wichtig. Schwankungen sind schlecht und bedeuten Stress, denn jedes mal wenn etwas weniger Leistung bringt, muss man es kompensieren und da muss man immer was in der Hinterhand haben. Aber klar, man kann auch einfach sagen das es eh nichts wird und das es nie nie was wird. Solche Leute mag ich aber nicht, denn so ist der Mensch noch nie weiter gekommen. Auch wenn das jetzt ein Wahnsinns Dozent ist, sein Wort ist nicht Gottes Wort. Am besten mal INTER anschauen, es gibt nämlich eine ausführliche Website. Und ITER ist ja nicht das erste Projekt mit Fusion, es wurde schon so viel gemacht, da steckt viel mühsame Arbeit dahinter. Nun kann endlich eine grosse Anlage gebaut werden, damit man endlich Gewissheit hat. Îch drücke jedenfalls die Daumen, denn die Fusion kann uns in mehreren Bereichen nach vorne bringen.

Gruss Furion
Zuletzt geändert von Furion am Mo 28. Nov 2016, 22:19, insgesamt 1-mal geändert.

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