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Besseres Wetter durch Satellit

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Peter,Walchwil ZG
 
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Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Peter,Walchwil ZG » So 16. Jul 2006, 12:06

Hallo,
bin mal gespannt,wie sich das in Zukunft auswirkt:

Künftig soll die Wetterbeobachtung noch präziser werden - ein neuer Satellit, der in geringer Höhe fliegt, soll eine wahre "Flut von Daten" an die Erde funken, freuen sich die Meteorologen.


Frankfurt am Main - Meteorologen weltweit fiebern einem Start ins All entgegen: Am Montagabend soll an Bord einer russischen Sojus-Trägerrakete im Weltraumbahnhof Baikonur der europäische Wettersatellit MetOp abheben. Wenn alles gut geht, wird der vier Tonnen schwere Erdtrabant aus einer vergleichsweise niedrigen Umlaufbahn von nur 817 Kilometern Höhe eine wahre "Flut von Daten" an die Erde funken, wie Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärt.
AFP

In der Folge sollen zwei weitere MetOp-Satelliten ins All geschossen werden. Die Meteorologen hoffen, dass ihre Vorhersageberechnungen dadurch deutlich besser werden. "MetOp wird helfen, Datenlücken zu schließen", sagt Lux. Denn bislang machten den Meteorologen einige Lücken zu schaffen: So gebe es im Nordatlantik, zwischen Grönland, Island und Irland, praktisch keine Bodenmessstationen."Da entsteht aber unser Wetter", betont Lux.

Vollgepackt mit modernsten Instrumenten könne der 6,5 Meter hohe Satellit Daten mit 20 Mal besserer Qualität als bisherige Wetterbeobachter liefern. Große Hoffnungen setzen die Meteorologen in das IASI genannte Infrarot-Spektrometer. Das 236 Kilogramm schwere Gerät soll Daten zu Temperatur, Feuchtigkeit und chemischer Zusammensetzung der Troposphäre liefern. Ein weiterer wichtiger Vorteil von MetOp ist seine für Satelliten-Verhältnisse äußerst niedrige Höhe. Aus knapp 820 Kilometern erspäht er Bilder mit einem Kilometer pro Pixel Auflösung. Zum Vergleich: Die Bilder der in 36.000 Kilometern Höhe fliegenden Meteosat-Satelliten bringen es auf nur vier Kilometer pro Pixel.

Schichtwechsel mit US-Satelliten

Zudem umkreist MetOp etwa 14 Mal pro Tag die Erdkugel und passiert dabei die Pole, während Meteosat-Satelliten sich auf Äquatorhöhe mit der Erde drehen und deshalb immer nur den gleichen Ausschnitt beobachten können. Ein Nachteil der niedrigeren Erdbeobachter ist allerdings ihr Blickwinkel: Sie sehen jeweils nur einen Streifen Erdoberfläche. Außerdem beträgt ihre Lebensdauer nur etwa fünf Jahre. Mit den bereits gebauten zwei weiteren MetOp-Satelliten soll laut der europäischen Raumfahrtbehörde ESA ein kontinuierlicher Datenstrom bis 2020 gewährleistet werden.


Interessant für den DWD sind die täglich geplanten zwei Europa-Überflüge. Die sollen sich mit denen der auf gleicher Höhe kreisenden Satelliten der US-Behörde für Meeres- und Klimaforschung NOAA genau ergänzen: Während die NOAA-Satelliten nachmittags den alten Kontinent überfliegen, werden die MetOp-Trabanten zwei Mal vormittags erwartet. Die USA liefern außerdem drei der insgesamt zwölf MetOp-Instrumente. Lux betont, dass alle Auswertungsdaten selbstverständlich den Partnern zugänglich gemacht würden. Die überwiegend bei der EADS Astrium in Friedrichshafen gefertigten drei Trabanten sind ein Gemeinschaftsprogramm der europäischen meteorologischen Satellitenorganisation EUMETSAT und der ESA. Das gesamte Programm kostet offiziellen Angaben zufolge rund 2,4 Milliarden Euro.


Nikolaus von Twickel, AP

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,426948,00.html
Grüsse Peter

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Alfred
 
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Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Alfred » So 16. Jul 2006, 17:27

@Peter, sali

Während die NOAA-Satelliten nachmittags den alten Kontinent überfliegen, werden die MetOp-Trabanten zwei Mal vormittags erwartet.

http://saturn.unibe.ch/rsbern/noaa/dw/r ... asses.html

Unter anderem :=( !

Grüsse, Alfred
[hr]

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Federwolke
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Re: Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Federwolke » Di 11. Feb 2014, 15:05

Die neue Generation steht in den Startlöchern:
http://www.bernerzeitung.ch/wissen/natu ... y/29583408

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Severestorms
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Re: AW: Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Severestorms » Mi 12. Feb 2014, 07:50

Federwolke hat geschrieben:Die neue Generation steht in den Startlöchern:
http://www.bernerzeitung.ch/wissen/natu ... y/29583408


Danke Fabienne!

Höchst interessant! Vielleicht lassen sich ja auch neue Erkenntnisse bezüglich Superzellen gewinnen (Lebenszyklen, tornadisch oder nicht, etc.).

Aber die Lebensdauer des Satelliten soll nur 3 Jahre betragen?!

Gruss
Chris
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Willi
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Re: Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Willi » Mi 12. Feb 2014, 10:03

Vielleicht lassen sich ja auch neue Erkenntnisse bezüglich Superzellen gewinnen (Lebenszyklen, tornadisch oder nicht, etc.).

Hoi Chrigi, da habe ich einige Zweifel. Der Satellit kommt am gleichen Ort nur alle 180 min vorbei, das reicht nirgends hin, um die Lebensgeschichte einer Superzelle zu dokumentieren. Aber mit Momentaufnahmen und Vergleichen lässt sich schon schöne Forschung machen. Es gibt wohl auch exzellente Daten, um Modelle zu füttern.

Mit 18 Satelliten, schön in einer Reihe, hätte man alle 10 min ein Bild, Wunschtraum für zukünftige Generationen... :-)

Gruss Willi
Zuletzt geändert von Willi am Mi 12. Feb 2014, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.

pöstligeo
 
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Re: Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon pöstligeo » Mi 12. Feb 2014, 11:21

Hoi Chris
Aber die Lebensdauer des Satelliten soll nur 3 Jahre betragen?!


Doch doch, dürfte schon stimmen, hängt mir der für Satelliten sehr tiefen Umlaufbahn von nur 400km zusammen. Muss/müsste wohl immer wieder Bahn gegen oben korrigieren was auch viel Treibstoff braucht.

Gruss Christoph

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Severestorms
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Re: Besseres Wetter durch Satellit

Beitragvon Severestorms » Mi 12. Feb 2014, 15:49

Willi hat geschrieben:
Vielleicht lassen sich ja auch neue Erkenntnisse bezüglich Superzellen gewinnen (Lebenszyklen, tornadisch oder nicht, etc.).

Hoi Chrigi, da habe ich einige Zweifel. Der Satellit kommt am gleichen Ort nur alle 180 min vorbei, das reicht nirgends hin, um die Lebensgeschichte einer Superzelle zu dokumentieren. Aber mit Momentaufnahmen und Vergleichen lässt sich schon schöne Forschung machen. Es gibt wohl auch exzellente Daten, um Modelle zu füttern.

Mit 18 Satelliten, schön in einer Reihe, hätte man alle 10 min ein Bild, Wunschtraum für zukünftige Generationen... :-)

Gruss Willi


Achja, klar. Bin vor lauter Euphorie zu sehr in die Fantasie abgedriftet. :lol:

Danke für den Hinweis!
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