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Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Alles zu (Un)wetter und Klima relevant für die Schweiz
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Badnerland
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon Badnerland » Mo 22. Jun 2015, 21:21

Da hast du Recht, wollte das auch nicht in Abrede stellen. Habe den gleichen Fehler gemacht und TVS für eine "direkte" Tornadosignatur gehalten, was es strenggenommen auch ist - nur eben weiter oben im Bereich der Meso. Allerdings wurde auf den Radarbildern des Tages bei der Kenzinger Zelle sogar ein debrisball (TDS laut wiki) "erkannt", wie er wohl nur bei besonders großen und/oder starken Tornados (EF3+) zu erkennen gewesen wäre. Ich muss auch zugeben, dass ich bei dem Radarbild etwas erschreckt bin, da es sehr deutlich und fast schon lehrbuchreif aussah. Wollte eigentlich nur in Erinnerung rufen, dass sich das Feldbergradar in einer gewissen Höhe befindet. ;-)

Fand auch die Analyse vom Wetterfuchs zum damaligen Ereignis mit Bezug auf die kürzlichen Ereignisse sehr interessant. An die Superzelle vom 29.7.05 können sich sicherlich noch einige erinnern? Der Tornadoverdacht von damals hat auch eine gewisse Ähnlichkeit, insbesondere was das "hopping" betrifft. Ich bin jetzt jedenfalls am Bilder durchstöbern und versuche den Fall nochmal aufzurollen.

Grüsse
meist zwischen Freiburg und Lörrach oder der Umgebung (Schwarzwald, Dreiländereck) unterwegs ;-)

Philipp Maurer
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon Philipp Maurer » Di 23. Jun 2015, 14:26

Badnerland hat geschrieben:Die Frage bzgl. einer Schneise (mit Aussetzern) zwischen Münstertal und Feldberg/Schluchsee ist noch nicht geklärt, oder? Die Luftaufnahmen geben hier keinen Aufschluss oder (@Ben, Cyrill und co.)?


Das lässt mir auch keine Ruhe. Wir haben bei unserem Flug nur den Bereich Feldberg Ri Osten (mehrfach) abgeflogen. Die Zeit (und Kraftstoff) reichte dann nicht mehr für den Bereich westlich des Feldbergs. Ich habe mir damals schon gedacht dass man diesen Bereich eigentlich systematisch auf Korridoren oder im "Zickzackflug" langsam und tief abfliegen müsste, da die Schäden ja dort wenn überhaupt nur vereinzelt aufgetreten sind und daher auch schwierig zu entdecken sein würden.
Ich nehme an auch Ben hatte auf seinem Flug diesen Bereich nicht systematisch abgeflogen. Interessant wäre nun noch die Flugroute und Beobachtungen des Segelflugpiloten.

Gruss! Philipp

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Thies (Wiesental)
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon Thies (Wiesental) » Mi 24. Jun 2015, 10:38

Danke für die Infos zum Bannwald Napf. Das ist in der Tat spannend und verlängert potenziell die bis jetzt bekannte Strecke. Danke auch Benni für die Münstertalbilder. Ich habe ja schon Mal darauf hingewiesen, dass es am Notschreipass, also per Luftlinie zwischen Feldberg, Bannwald Napf und Münstertal zu kleineren Schäden kam. Ich habe davon vor 2 oder 3 Wochen ein paar Bilder aufgenommen, kam aber noch nicht dazu, diese einzuzeichnen und einzuordnen. Das reiche ich demnächst nach. Viele Schäden waren es nicht, aber durchaus immer wieder abgeknickte und entwurzelte Bäume. Waldarbeiter haben an dieser Stelle zwischenzeitlich aufgeräumt und meines Erachtens erstaunlich viel Holz aufgestapelt, das ich bei meiner Minitour nicht sah. Ich melde mich wieder hierzu demnächst. Und wie gesagt, nichts Spektakuläres, aber ein weiteres Puzzlestück zwischen Münstetal und Bärental. Muss ja auch nicht durchweg ein Tornado der Kategorie F2+ gewesen sein...

Beste Grüsse, Thies
Thies Stillahn (Gewitterjagd im Dreiländereck D/CH/F)

martinhotz
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon martinhotz » Do 25. Jun 2015, 07:17

Hallo zäme

Was ich bis dato gar nicht wusste: Am 13. Mai wurde auch ein EF3 in der Nähe von Augsburg registriert. Hier der Link zu einem survey-Report der Firma AIR, welche Naturgefahren-Schadensoftware für die Versicherungs-/Rückversicherungsindustrie erstellt:

http://www.air-worldwide.com/Publications/AIR-Currents/2015/Insights-into-Tornado-Risk-in-Germany-from-AIR%E2%80%99s-Damage-Survey-Team/

Grüsse
Martin

flowi
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon flowi » Mi 19. Aug 2015, 10:32

Das meiste Holz ist zwischenzeitlich aufgearbeitet.

Aufgrund dessen, dass viele Bäume abgedreht oder abgebrochen und dadurch die Holzfasern zersplittert wurden, landete viel Material im Hackschnitzelhäcksler.

Off Topic
Heizanlagen, die das Material abnehmen, sind in den letzten Jahren in der Region glücklicherweise einige entstanden.
Wir haben zum Beispiel für eine Gemeindehalle mit Schule von Elektroheizung (Jahresverbrauch 280.000 kWh) auf Holzhackschnitzel umgerüstet und sparen dadurch jährlich nun gut 80% der bisherigen Brennstoffkosten ein.


Dieser Landwirt Nähe Lembach hat einen riesigen Haufen Holzhackschnitzel in der Nähe der Tornadoschneise aufgeschüttet.
Links von der Bildmitte ist die Schneise gut weiter zu verfolgen, zunächst am Gegenhang zur Wutachschlucht und weiter hinten am Randen.

Die Topographie mit dem markanten Anstieg beim Randen - und dem damit ev. verbundenen Ende der Tornadoakativität - wird auf diesem Foto auch noch mal deutlich.

Bild

Frieder
 
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon Frieder » So 27. Sep 2015, 10:17

Moin in die Runde!
Der 13. Mai 2015 - lange noch werden die Vorgänge dieses Tages für Gesprächsstoff sorgen.
Zunächst erst einmal besten Dank an Alle hier im Forum für die sagenhaften Beiträge! :up: :up: :up:

Der 13. Mai steht auch für mich als Meilenstein aller Chasingtouren. An diesem Tag ging es an den Bodensee. Mein Standort war Friedrichshafen. Von dort aus beobachtete ich das Wettergeschehen. Diesmal sogar ganz ohne Internet!
Am Nachmittag war der HImmel von Ac cas und Ac flo überzogen. Das sah ohnehin schon vielversprechend aus. Die Wetterlage studierte ich vor Abreise intensiv und ging davon aus, das es ein guter Chasingtag werden sollte.

Am späten Nachmittag/Abend zog der gewaltige Eisschirm des Schwarzwälder Unwetterclusters heran. Einen zweiten konnte ich in Richtung SW beobachten, der Kurs in Richtung Schweiz hielt. Das der Bodensee selbst von diesen Vorgängen ausgespart würde, konnte man schon am Himmelsbild herauslesen. Denn zwischen beiden Gewitterclustern befand sich eine wolkenarme Zone. Dies zeigten auch die Radarbilder sehr schön; das es sich um zwei voneinander getrennte Systeme handelte.

In der Abenddämmerung wurde der Gewitterherd über der Schweiz von der untergehenden Sonne diffus angestrahlt, während sich der Vorderrand des Clusters über BaWü langsam über den Bodensee in Richtung ESE voranschob. Noch vor Sonnenuntergang sah man auf der Schweizer Seite wiederholt Blitze zucken.
Besonders erlebenswert war die Spiegelung der Blitze auf der Wasseroberfläche; denn der Wellengang war nur sehr gering an diesem Abend.
Bis um Mitternacht bot sich dem Betrachter eine Lightshow, wie man sie nur selten erlebt. Nicht wenige Spaziergänger am Bodenseeufer betrachteten das Naturschauspiel.
Friedrichshafen erhielt noch einen Streifschuss des großen Unwetters welches mit seinem Schwerpunkt nun knapp nördlich der Region in Richtung Osten unter Abschwächung weiterzog.
Einen kurzen heftigen Schauer, etwas Hagel und ein paar Böen von ca. Bft. 6/7. Das war´s dann auch; später noch leichter gewittriger Landregen mit ein paar Höhenblitzen.

Fazit: Auch wenn es hiesige Region weitgehend verschonte, war dies eine lohnenswerte Tour an den Bodensee.
Und für so manche ist der Traum in Erfüllung gegangen: Einen Tornadoschlauch zu sehen, der von einem Blitz angeleuchtet wird.
Beste Grüße: Frieder

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Kaiko (Döttingen)
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Re: Tornado Südschwarzwald 13.05.2015

Beitragvon Kaiko (Döttingen) » Do 18. Mai 2017, 21:06

Sali zäme

Gut 2 Jahre sind seit dem Tornado im Südschwarzwald vergangen. Google Maps hat das Bildmaterial aktualisiert und man kann erkennen, dass die Forstarbeiter fleissig aufgeräumt haben.
Die Narben im Wald sind aber noch gut erkennbar, wie hier am Beispiel der grossen Schneise in der Nähe des Höhengasthof Glashütte.

Bild

https://www.google.ch/maps/@47.8283729,8.2743584,3270m/data=!3m1!1e3!5m1!1e4

Gruss Kaiko
Mitbetreiber des Sturmarchivs Schweiz und Wetterforscher aus Leidenschaft: http://www.sturmarchiv.ch/

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