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Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Di 11. Jul 2017, 22:25
von Severestorms
@Tinu: Ich habe meine obige Antwort noch leicht angepasst. Bis wir soweit sind wie in den USA (wenn überhaupt), muss noch viel geschehen.

Sensibilisierung und Aufklärung sind sicher zentral, schliesslich weiss ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung immer noch nicht, dass sich auch hierzulande mitunter verheerende Tornados entwickeln können. Und dass eine Windhose eben auch ein Tornado ist und nicht seine schwächere Schwester. Und dass es keine Mini-Tornados gibt. Und dass ein starker Tornado laut Statistik überfällig wäre. Und und und...
Aber auch die Möglichkeiten zur Tornado-/Superzellen-Erkennung im Nowcasting müssten verbessert werden. Der Stormtracker von Kachelmannwetter mit automatischer Rotationsdetektion zum Beispiel ist da schon mal sehr nützlich.

ABER: Die relative Seltenheit von Tornados in der Schweiz arbeitet gegen alle guten Pläne. Oder anders gesagt: Es muss vermutlich erst etwas Schlimmes passieren, bis man sich ernsthaft und konkret über ein Tornado-Warnsystem Gedanken macht. :neinei:

Gruss Chris

Edit: Ok, immerhin machen wir uns hier mal Gedanken darüber.

Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Di 11. Jul 2017, 22:58
von flowi
Severestorms hat geschrieben:...schliesslich weiss ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung immer noch nicht, dass es auch in der Schweiz starke Tornados (wie man sie sonst aus den USA kennt) geben kann. Und dass eine Windhose eben auch ein Tornado ist und nicht seine schwächere Schwester. Und dass es keine Mini-Tornados gibt. Und und und...

Ich denke, da kannst Du die deutsche und österreichische Bevölkerung getrost miteinbeziehen ;) ,
like this ...
Bild
Statement zu https://www.youtube.com/watch?v=HWGE0Kggl_o&t=14s
... und da sind die heutzutage auf Boulevardpresse getrimmten Medien nicht ganz unschuldig dran :neinei:

Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Mi 12. Jul 2017, 10:03
von Tinu (Männedorf)
Das Problem ist, dass die meisten Menschen sich erst dann mit etwas auseinandersetzen, wenn sie durch äussere Umstände dazu gezwungen werden. In der US-Tornadoalley ist es essentiell zu wissen, was ein Tornado ist und was er anrichten kann. In der Schweiz eben nicht, weil die Tornados hier zu selten vorkommen, als dass tatsächlich eine breite Auseinandersetzung stattfinden kann. Ist ja auch gut so im Grunde genommen. Sehe das deshalb ähnlich wie Chris.

Es könnte aber zumindest nicht schaden wenn man wüsste, wo man im Fall eines Falles anzurufen hätte!

Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Mi 12. Jul 2017, 10:11
von Federwolke
Richtig, Tornados sind in der Schweiz nicht wirklich das Hauptproblem. Da haben wir mit Überschwemmungen, Vermurungen, Erdrutschen, Gewitterfallböen und vorlaufenden Druckwellen andere, viel gewichtigere Baustellen. Hinzu kommt die Kurzlebigkeit von Tornados (zumindest bei uns eher die Regel als die Ausnahme) und die Verarbeitungskette. Bis eine Meldung durch die Instanzen durch ist und veröffentlicht wird, hat sich der Tornado entweder aufgelöst oder ist mindestens 10 km weitergezogen. Da ist das Melden etwa so sinnvoll wie bei einem Erdbeben bei der Polizei anzurufen. Da wundere ich mich auch immer wieder über die Pressemeldungen, wie viele Leute anrufen und wahrscheinlich die Polizei bitten, das Erdbeben zu verhaften...

Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Mi 12. Jul 2017, 18:15
von Microwave
Ich möchte hier keinesfalls Member von der Diskussion einer amtlichen Stelle für ein (Tornado)-Warnsystem abbringen.
Für mich ist es jedoch wie bereits anderortig angesprochen so, dass man mir erst einmal wieder eine glaubwürdige Zelle zeigen muss, bis ich überzeugt von der Erfordernis von so etwas bin.
Denn so eingeschlafen, wie das Wetter meiner Meinung nach momentan ist, stünden für mich die von Fabienne angesprochenen Begleiterscheinungen im Vordergrund.

Grüsse - Microwave

P.S. Wien habe ich am Rande mitbekommen, ich rede von einer Zelle hierzulande.

Re: Aufruf zur UNWETTERMELDUNG

BeitragVerfasst: Mi 12. Jul 2017, 22:15
von Tinu (Männedorf)
@Microwave

Wobei sich das sehr schnell wieder ändern kann. Wenn es eines gibt, was ich übers Wetter bis heute gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass es sich hochgradig zyklisch verhält; und zwar mit einem anderen zeitlichen Massstab, als dass der Mensch es mit seiner beschränkten Lebensdauer überhaupt erfassen kann. Roaring 90ies schon vergessen? Kalte Winterperiode Anfang/Mitte der 00er Jahre? Hitzesommer 03? Etc. etc.

Was ich damit sagen will: Die "vermissten" Voralpen-Hagelzüge können schnell wieder auftauchen und zwar wiederholt und massiv. Allerdings halt im Zyklus und Tempo der Natur - und nicht gemäss den Statistiken und Vorstellungen des Menschen. Beides ist nicht kompatibel. Wars nie und wirds nie werden. ;)